Orchesterkonzert 2015

Ein Abschied mit musikalischem Feuerwerk

HGT-Orchester gibt Konzert im Römersaal von St. Irminen

Majestätischer Abgang: Das HGT-Orchester veranstaltete am Sonntag, den 01. März 2015 sein traditionelles Konzert im Römersaal von St. Irminen. Während des rund einstündigen Auftrittes fuhr Dirigent Dr. Andreas Wagner den gesamten Orchesterapparat samt Blechbläsern und Harfe auf. Für Wagner war es das letzte Konzert mit dem Orchester, das er nun an Musiklehrerin Meike Wessel abgibt.

 
 
Unter zwei modern gestalteten Kronleuchtern, die den Saal hell und warm erleuchteten, platzierte sich das HGT-Orchester und setzte mit Pomp und Gloria zur Ouvertüre von Georg Friedrich Händels „Feuerwerksmusik“ an. Die hervorstechenden Trompeten untermauert von den zahlreichen Bassinstrumenten vom Fagott bis zur Posaune, vom Kontrabass bis zur Tuba füllten den Raum mit majestätischem Klang wie das Feuerwerk den Himmel mit leuchtenden Funken. Dirigent Dr. Andreas Wagner erzählte dem Publikum zur „Music for the Royal Fireworks“, dass diese als gigantisches Freiluft-Open-Air geschrieben wurde, wobei das Feuerwerk wohl ins Wasser gefallen sei: „Bei der Uraufführung 1749 in London war ein ähnlich verregnetes Wetter wie heute“, fügt Wagner schmunzelnd hinzu. Ruhiger wurde es mit der „Bourrée“ und „La paix“. Erst bei der „Réjouissance“, einem fröhlich heiteren, militärisch angehauchten Stück, kam sowohl von der Lautstärke, als auch vom Tempo wieder Fahrt auf, bevor die rund 30 Musiker die Feuerwerksmusik mit den zwei Menuetten beendeten.
 
 
 
Fagöttliches Solo
„Die Feuerwerksmusik entspricht bei unserem heutigen Konzert der Ouvertüre. Darauf folgt normalerweise ein Solostück“, kündigte Wagner Christina Monz am Fagott an und ergänzte: „Seit ich das Orchester leite, habe ich noch nie ein Fagottkonzert dirigieren dürfen - nun ist es soweit.“ Monz spielte den 3. Satz des Fagottkonzertes in F-Dur von Carl Maria von Weber mit einer Leichtigkeit und Prägnanz, dass auch die Besucher in der letzten Reihe vom weichen Klang des Holzblasinstrumentes begeistert waren. Sowohl die rund 100 Zuhörer, als auch die Musiker würdigten die Leistung, neben dem Abitur ein solch anspruchsvolles Werk so präzise einstudiert zu haben, mit minutenlangem Applaus.
 
 
 
Mit Grieg nach Norwegen
Als „falsche Sinfonie“ bezeichnete Wagner die drei folgenden Stücke aus der Feder Edvard Griegs, da sie zwar nicht zusammen als ein Werk geschrieben wurden, aber doch den üblichen Aufbau einer Sinfonie vom Charakter her wiederspiegelten. Beginnend mit dem „Hochzeitstag auf Troldhaugen“ wurde das Publikum in den äußersten Westen Norwegens entführt. Troldhaugen - der Trollhügel, so nannte Grieg seine Villa, die er bis zu seinem Tode 1907 bewohnte. In der Musik lebte sowohl eine freundlich-fröhliche Atmosphäre, als auch Sturm und aufgepeitschte See auf. Weiter ging es mit dem „Solvejgs Lied“ aus der „Peer-Gynt-Suite“, bei dem Solvejg, eine junge Frau, sehnsüchtig auf die Rückkehr ihres Geliebten Peer wartet. Den Abschluss bildete der Huldigungsmarsch aus „Sigurd Jorsalfar“. Auf diese Weise endete das Konzert, wie es begonnen hatte - mit militärischem Klang durch den Blechbläsersatz und einem Majestoso.
 
Der Huldigungsmarsch hatte jedoch auch eine zweite Bedeutung neben der musikalischen Untermalung der Versöhnung der Brüder Sigurd und Øystein: Dr. Andreas Wagner beendete sein Dirigat beim HGT-Orchester nach diesem Konzert und übergibt es an Musiklehrerin Meike Wessel. Sowohl die Musiker, als auch das Publikum würdigten Wagners Engagement außerhalb des Unterrichts. Sichtlich gerührt freute er sich über die ihm entgegengebrachte Anerkennung und über einen guten Tropfen samt Karte seitens des Orchesters.
 
 
Wir möchten Herrn Wagner für die vielen, tollen und abwechslungsreichen Orchesterjahre danken und hoffen, dass auch er die Zeit mit uns Musikern immer in positiver Erinnerung behält.
 
von Manuel Beh, MSS12