Kursfahrt Englisch-LK

"Fáilte go hÉirinn"

Eine Reise ins Land der grünen Wiesen und der "Shauns"

 
Die Frage, welches Ziel für unsere Kursfahrt  in Frage käme, stellte sich zunächst als ein wenig schwierig heraus, denn es galt Kosten und Wünsche in Einklang zu bringen. Als wir allerdings von der Idee nach Irland zu fliegen erfuhren, waren wir schon im Vorfeld gespannt, was uns denn nun erwarten würde. 
Gibt es wirklich diese auffallend grünen Wiesen? Leben wirklich nur so wenige Menschen in Irland und ist ihr Englisch wirklich nicht gut zu verstehen? 
 

Unsere Reise begann an einem Montagabend im Juni am Flughafen Hahn, von wo aus uns unser Flieger (es handelte sich um eine irische Fluggesellschaft mit goldener Harfe als Logo) nach Dublin flog. Bei der Ankunft  stellten wir sofort fest, dass auch hier die englische Verkehrsführung  galt und waren fasziniert von den Lasertönen, die die Ampeln beim Umschalten auf Grün von sich gaben. In der ganzen Aufregung haben wir, also Frau Hohmann, Frau Baumgarten, Herr Brinschwitz und der Stammkurs EN1,  unseren Shuttlebusfahrer ganz vergessen, aber das war uns allen in dem Moment eher unwichtig - wir hatten ja die Ampeln und begannen die ersten "Selfies" zu schießen.
Als wir nun den Busfahrer fanden und im Hostel ankamen, waren wir nur ein wenig erschöpft. Vielmehr galt es, dass Umfeld zu erkunden und einen groben Eindruck von Dublin zu erhalten. Danach ließen wir den ersten Tag gemütlich ausklingen...

Schließlich ging es ins Bett, denn bereits am nächsten Morgen stand eine Stadtführung an, die uns die Geschichte Irlands und Dublins Sehenswürdigkeiten nahebringen sollte.  Zugegeben, die Standorte von KFC und Penneys (dem irischen Primark) prägten wir uns am besten ein. :-) 


Außerdem besichtigten wir St. Patrick's Cathedral , die idyllisch neben einem kleinen Park liegt und in der sich das Grab von Jonathan Swift befindet. Auch von innen war die Kirche beeindruckend und man fühlte sich plötzlich viel kleiner. Besonders interessant war eine für Jonathan Swift (Autor von Gullivers Reisen) eingerichtete Ausstellung, die alte Schriften zeigte. Danach hielten wir die ersten Referate, die für die Studienreise vorbereitet worden waren.
Unser Stadtführer klärte uns nicht nur über wichtige historische Daten, Orte und Persönlichkeiten auf, er wusste auch die eine oder andere Anekdote zu erzählen: So ist die Bibliothek aus den Star-Wars-Filmen eine beinahe exakte Kopie jener des Trinity College, von welcher die damaligen Setdesigner unerlaubter- und heimlicherweise Zeichnungen angefertigt hatten. Später verklagte das Trinity College den Regisseur George Lucas auf eine unbekannte Summe und erstritt sich das Recht in ihrem Souvenirshop auch Star-Wars-Merchandise zu verkaufen.

Neben dem Trinity College gab es aber auch noch eine andere Sehenswürdigkeit zu sehen: "The Spire" oder auch "The Monument of light" genannt. Seit 2003 steht dieses höchste Monument der Welt (123 Meter) nun als Stahlnadel mitten in Dublin. Uns galt es als Orientierung um wieder zurück in unser Hostel zu finden, aber zugleich auch als Anhaltspunkt, wo das Zentrum der Stadt mit dem Fluss Liffey liegt. . 

Am darauffolgenden Tag fand ein Ganztagesausflug zu den Wicklow Mountains statt, einem Naturpark, der als das 'Hollywood Europas' gilt, weil Filme wie „Excalibur“ und“ Braveheart“ dort gedreht wurden. Unser Busfahrer, ein Ire durch und durch, unterhielt uns während der Fahrt mit Anekdoten über Land und Leute und versuchte uns ein paar irische Begriffe beizubringen, wie zum Beispiel die wohl berühmteste irische Aussage "póg mo thóin" (engl. "kiss my ass"), die es in vielerlei Ausführung als Souvenir, u.a. auf Kühlschrankmagneten, zu kaufen gibt. Alleine die Fahrt war also ein Erlebnis und als wir schließlich auf der Besucherterrasse Halt machten, wurden wir von der Natur überwältigt. Berge soweit das Auge reicht und das Gefühl, mitten in der Natur zu sein, waren einfach einzigartig. Danach ging die Fahrt weiter nach Glendalough, einer früheren Klostersiedlung. Im Anschluss machten wir eine Wanderung, zu einem romantischen See, und weiter durch den Wald an einem wilden Bach mit kleinen Wasserfällen vorbei.

 
Besonders interessant fanden vor allem die männlichen Reisenden den nächsten Ausflug: einen halben Tag im Guinness Store House.
Bereits auf dem Weg dorthin, verschlugen uns die kulturellen Einflüsse ein wenig die Sprache. Eine Vielzahl von Pubs, Straßenmusikern, die auf Wunsch alles spielten, was man sich wünschte, ließen den Tag bereits zu Beginn gut starten. Nun erreichten wir mehrere riesige Fabrikhallen, in denen sich unter anderem auch das moderne Besucherzentrum befindet. Das weltbekannte Guinnessbier wird in den Nebenhallen gebraut und wir konnten einen Einblick in die Produktion, die Geschichte, aber auch in die Kunst des Bierzapfens gewinnen. 
Zu guter Letzt konnten wir von  der Aussichtsplattform einen Blick über ganz Dublin werfen und einen Softdrink genießen: das Trinken von Bier, wie  auch das Zapfen, sind in Irland nämlich nur den über 18- Jährigen gestattet. Auf dem Weg nach unten blieb unser Aufzug  überraschenderweise mit sechs Mann stecken. Ein Erlebnis für sich, vor allem, weil wir feststellten, dass wir die Türen einfach nur hätten aufschieben  und einen großen Schritt nach oben hätten machen  müssen. Auf dem Heimweg kamen wir nun wieder an den Pubs vorbei, welche von Iren und auch Touristen überlaufen  waren. Die Stimmung war überall besonders. Eine Sache, die uns alle verwundert hat, ist, dass die Iren an einem normalen Abend viel mehr Spaß und oft Freude haben können, als wir Deutschen.  Sie singen irische Lieder, und das Gefühl dazuzugehören springt meist sogar auf die ausländischen Besucher über. Die Iren feiern ihr Land und zeigen ihren Nationalstolz viel deutlicher, als wir es hier kennen. 
Am selben Tag besuchten wir noch den Phoenix Park, welcher riesig war und zu einem Großteil aus saftig-grünen Wiesen bestand. Dem Wunsch ein wenig Fußball zu spielen, wurde bereits nach kurzer Zeit durch die Park-Ranger Einhalt geboten. Den Iren scheinen ihre Parks wirklich heilig zu sein, denn man konnte  immer wieder sehen, wie die Grünanlagen gepflegt wurden, und es gab keinen Müll oder Verschmutzungen, wie wir es oft kennen. Diese  grünen Ruheoasen sind überall in Dublin verteilt und schaffen das Gefühl von Großstadtidylle und nicht von Enge, Lärm und Stress, wie es für viele Großstädte üblich ist.

 

Der Ausflug am darauffolgenden Tag führte uns wieder in die irische Natur: Und zwar ans Meer, in einen kleinen Küstenort namens Howth. Von dort aus starteten wir eine Wanderung, die uns direkt über die Klippen führte. Links von uns ging es steil abwärts, das Meer war aufgewühlt und es war windig - nicht verwunderlich also, dass unsere Lehrerinnen ein etwas mulmiges Gefühl hatten, wenn einer von uns sich zu nah an den Abgrund wagte. 
Es ist wirklich erstaunlich, wie vielseitig die irische Natur ist, von rauen Klippen bis sanften, grünen Hügeln ist alles dabei. Am Ende der anspruchsvollen Wanderung durch die Weiten der irischen Natur machten wir Halt an einem Fischrestaurant, was von Einheimischen mehr als gut besucht war. So bestellten wir uns Fish & Chips! Frisch gefangener Fisch, selbst gemachte Pommes und das Sitzen an der Kaimauer, machten dieses Essen zu einem unvergesslichen Erlebnis. Andere gingen noch zum Strand, sammelten Muscheln und entspannten ein wenig, denn im Hostel erwartete uns noch das allabendliche Kochen für 31 Leute.

Am vorletzten Tag fand nun eine (ziemlich amüsante) Irish Dancing Lesson statt, die uns im wahrsten Sinne des Wortes ins Schwitzen brachte. Nach einiger Zeit schienen wir zumindest die Grundkenntnisse zu beherrschen und versuchten dem Takt der irischen Musik gerecht zu werden, was auch mehr oder weniger gut gelang. Spaß brachte es auf jeden Fall allen Beteiligten, auch wenn sich die Begeisterung zu Beginn noch in Grenzen gehalten hatte. Danach fanden wieder einige Präsentationen statt, bevor wir unsere Freizeit in Dublin genießen konnten. Obwohl uns kostenlose Museen erwarteten, entschieden sich viele dazu, erst einmal etwas zu essen und danach zu shoppen. In einer Großstadt wie Dublin war das selbstverständlich kein Problem, auch wenn es nicht, wie wir es in Trier  kennen, die eine Einkaufsstraße gibt und alles sehr schnell fußläufig erreichbar ist. So hatte jeder abends sein Schrittziel merklich erreicht. 

An unserem letzten Abend in Dublin genossen wir noch einmal die lockere Atmosphäre, die Livemusik aus den Pubs, die Straßenmusiker und das Gewusel der Großstadt, die sich trotz ihrer Größe und Bedeutung einen ganz eigenen Charme erhalten hat, was vielleicht auch daran liegen mag, dass es nur ein Hochhaus gibt, welches diese Bezeichnung ehrlich gesagt auch nicht wirklich verdient. Viel mehr besteht das Zentrum Dublins  aus alten, oft eng zusammengedrängten Häusern, kleinen Geschäften und Pubs. Viel zu schnell war aber auch dieser Abend vorbei und wir kehrten zum letzten Mal in unser - übrigens sehr zentral gelegenes und gemütliches - Hostel zurück.

 

Der letzte Tag war vor allem von Müdigkeit geprägt. Als letzter Programmpunkt stand noch die Besichtigung des Trinity College mit der berühmten Bibliothek an, in der das sogenannte Book Of Kells aufbewahrt wird. Die Bibliothek des Colleges ist eines der beliebtesten Ziele für Touristen, weshalb wir uns bereits zu relativ früher Stunde in eine lange Schlange einreihen mussten.
Das Herzstück der Bibliothek ist der Long Room, ein 65 Meter langer Saal  mit hochgewölbten und verzierten Decken, in dem Millionen von Büchern in meterhohen Regalen stehen - es wirkt mehr wie eine Kathedrale als wie eine Bibliothek.
Nach der Besichtigung ging es noch zum gemeinsamen Fish&Chips-Essen, bevor es endgültig Zeit war aufzubrechen.
 Wir waren alle ziemlich erschöpft und  froh im Flieger endlich ein wenig zu schlafen, denn der Flug von zwei Stunden eignete sich ausgesprochen gut für einen, nun ja, etwas längeren Powernap. Als wir in Deutschland ankamen, ging es  zurück in den Bus Richtung Trier, wo wir schon erwartet wurden. Nun war das “Erlebnis Irland” vorüber und wir sind froh, dass wir unsere Reise dorthin unternehmen konnten, da viele andere englischsprachige Länder schlicht zu teuer sind und die Preise immer weiter steigen, so dass Irland als Ziel für uns alle möglich war und sich unserer Meinung nach sehr von der Kultur Deutschlands oder Englands unterscheidet. 

Übrigens: Die total grünen Wiesen, wie wir sie aus der Kerryg*** Werbung kennen, existieren wirklich und ein Großteil der Menschen wohnt in den Städten, wohingegen das umliegende ländliche Gebiet sehr wenig bewohnt ist. Ach ja: das Englisch ist verständlich, nur im steckengeblieben Aufzug stellten wir uns die Frage, was wir die letzten sechs Jahre in Englisch gemacht haben, als wir mit dem Techniker reden mussten.

Allgemein sind wir froh, dass wir diese Erfahrung machen konnten,  und möchten uns für die lustige und erlebnisreiche Zeit bei allen Beteiligten, insbesondere bei unseren drei begleitenden Lehrern (Frau Hohmann, Frau Baumgarten und Herr Brinschwitz), die uns viele Freiheiten gelassen und ein tolles Programm zusammengestellt haben, bedanken: Vielen Dank für diese perfekte Reise! :-)

-Maximilian Stemper und Marie Marxmeier (12)