Ergebnisse 2009

Bundeswettbewerb Fremdsprachen 2009
 
 
 
Alles begann am 21. Januar 2009 in Raum 305 des HGT mit Hörverstehen, Landeskunde und kreativem Schreiben auf Französisch und Englisch. Für diesen Tag war von den Teilnehmern schon eine Kassette mit einer Freien Äußerung zum Thema „Vivre à Paris – c’est vivre en enfer ou vivre au paradis?“ und einem Vorlesetext vorbereitet worden.
So ging man also (mehr oder weniger) gut vorbereitet in die Klausur – nach der die Stimmung jedoch eher „gemischt“ war: Hörtexte waren missverstanden worden, der kreative Aufsatz zum Thema „cauchemar parisien“ war so ganz und gar nicht kreativ gewesen und über die Frage aus dem landeskundlichen Teil, ob im Pariser „quartier du Marais“ la place „des Alpes“, des Vosges, des Pyrénées“ oder „des Ardennes“ zu finden sei, herrschte allgemeine Unsicherheit.
 
Im Mai kam dann die gute Nachricht, man habe „irgendetwas“ gewonnen. Genaueres erfuhren die zwei weiteren Sieger im EW1 und EW2, die Teilnehmer des Gruppenwettbewerbs unserer Schule und ich bei der feierlichen Preisverleihung im Kurfürstlichen Palais: Dort wurden – nach einigen Ansprachen – dritte, zweite und erste Landespreise im EW 1, dem Einsprachenwettbewerb, im EW 2, dem Zweisprachenwettbewerb, und im Gruppenwettbewerb verliehen. Ich konnte mich neben Geldpreisen des Landtagspräsidenten für das beste Ergebnis in Rheinland-Pfalz und der Französischen Gesellschaft Trier über eine Einladung zum Sprachenturnier in Bad Wildbad freuen.
 
Nach meiner Rückkehr aus dem Sommerurlaub erwarteten mich gleich mehrere Mails vom Bundeswettbewerb Fremdsprachen: Ich wurde mit genaueren Informationen über den Veranstaltungsort (Bad Wildbad liegt im Schwarz- und nicht im Bayrischen Wald!) und einer Teilnehmerliste versorgt, wobei mir letztere vor allem eins sagte: „Du kennst keinen!“ Außerdem bekam ich eine Literaturliste für meine zweite Fremdsprache, Englisch, zur Vorbereitung auf die Fragen der Juroren zugeschickt.
 
In den nächsten Wochen wurde also gelesen. Ich las von den Träumen des Peter Fortune und vom Schicksal einer verarmten Familie, die ihr Glück als Goldgräber in Australien sucht. Teilnehmer anderer Sprachen befassten sich mit Karl dem Großen, lasen „Il cane che ha visto Dio“, „Alex no es nombre de chico“ oder „Zapalka na zakręcie“.
 
Am Donnerstag, dem 24. September, ging es in Bad Wildbad mit dem Programmpunkt „INPUT los. Wir wurden mit der hauptsächlich aus Lehrern bestehenden Jury bekannt gemacht und mit Hinweisen zum Ablauf der folgenden „66 Stunden“ sowie zahlreichen wertvollen Präsentationstipps für die Vortrags- und Theateraufgaben der nächsten Tage versorgt.
Außerdem wurde uns die „neu zu lernende“ Sprache vorgestellt, l’Alsacien. Für Trierer mit Französischkenntnissen stellte das „Erlernen“ dieser Sprache jedoch kaum Probleme dar – was für die norddeutschen Teilnehmer mit Latein und oder Englisch durchaus anders aussah… Diese blickten der für den folgenden Tag angesetzten „HEU-Aufgabe“ (Hören, Erzählen und U?), bei der das Elsässisch angewendet werden sollte, mit großem Respekt entgegen.
 
Nach der Auslosung der Theatergruppen, bei denen die Mischung der Teilnehmersprachen Französisch, Englisch, Russisch, Spanisch, Latein, Italienisch und Polnisch oberstes Kriterium war, wurden die Teilnehmer zum Abendessen entlassen. Dies markierte aber noch lange nicht das Ende dieses ersten Tages – die Theatergruppen waren ja schließlich nicht (ausschließlich) zum Spaß entstanden. So gingen wir nun in eine erste Phase der Ideensammlung, bei der auch vor den wildesten Konzepten nicht zurückgeschreckt wurde – nackte Kardinäle waren da durchaus ein Thema! Schließlich wurde jedoch auch der letzte Regisseur müde und wir fielen nach dem anstrengenden Tag völlig geschafft ins Bett – in dem Wissen, dass der nächste Tag nicht einfacher werden würde.
 
Der begann um sieben Uhr mit Frühstücken. Anschließend galt es für die „RAP-Aufgabe“ (Recherchieren, Aufbereiten, Präsentieren) einen Betrieb in Bad Wildbad zu besichtigen. Unser dort erworbenes Wissen beispielsweise über den „Bikepark Bad Wildbad“ sollte dann knapp 4 Stunden später der Jury in der jeweiligen Wettbewerbssprache präsentiert werden. In der darauf folgenden Massenpanik („Hilfe, ich hab noch kein Plakat gemacht und bin in 10 Minuten dran!“), konnte es schon passieren, dass einige Teilnehmer das Mittagessen versäumten – ein folgenschwerer Fehler, wie sich am Nachmittag herausstellte.
 
Denn nachdem die Präsentation relativ erfolgreich geRAPpt worden war, stand „HEU“ an: Hier war ein Text über unsere Erfahrungen mit der elsässischen Sprache zu verfassen. Das fiel auf Französisch eher leicht, während Teilnehmer mit Russisch als erster Wettbewerbssprache teilweise schon an der Übersetzung des Wortes „Elsass“ scheiterten.
 
Nach dem wohlverdienten Abendessen war dann der Landeskunde-Teil „(SCIENS“/“BRAINS“) an der Reihe. Da wir uns auf das Thema, Paris, nicht hatten vorbereiten können musste hierbei hauptsächlich das Ausschlussverfahren angewandt oder schlicht und einfach geraten werden.
 
Danach endete der offizielle Teil des zweiten Tages; tatsächlich waren wir aber noch lange nicht fertig – schließlich waren die Theaterpremieren nur noch etwas weniger als zwanzig Stunden entfernt! Wir konzipierten, verwarfen, ließen uns von den Gruppenbetreuern beraten, konzipierten erneut und einigten uns, bis schließlich die Ideen anfingen, konkrete Gestalt anzunehmen. Charaktere wurden Dialoge entworfen und oft wieder verworfen. Nach dem Übertragen der Sprechanteile in die jeweiligen Sprachen wurde das Tohuwabohu noch einige Male eingeübt und dann auf den nächsten Tag vertagt. So verschwand dann auch mein TEAM 11 als letztes von der gedachten Bühne im Esszimmer.
Am dritten Tag stand schließlich großes Theater an. Schon um 9.10 Uhr sollten wir zur Theaterprobe antreten, was wir dann auch taten, nur um festzustellen, dass eigentlich nichts klappte. Also wurde emsig weiter geprobt, bis die Dinge einigermaßen nach Plan liefen bzw. bis uns die Zweitsprache in den Weg kam. Wieder saß ich vor zwei sehr freundlichen Juroren, die meinen Ausführungen lauschten, dieses Mal allerdings auf Englisch. Da die Lektüre spannend gewesen war und man eine ganze Menge darüber sagen konnte, gingen schließlich alle deutlich entspannter zum Mittagessen.
Aber auch am Nachmittag wartete noch viel Arbeit auf die Teilnehmer: Für die Aufführung der „TEAM“-Aufgabe, die gleichzeitig auch die letzte Prüfung darstellte, galt es mit zunehmender Hast, möglichst authentische Requisiten zu besorgen oder auch herzustellen – da musste sich die Queen schon einmal mit einer selbst gebastelten Pappkrone zufrieden geben!
Nachdem ich dann als Marie-Antoinette Penelopé Cruz aus dem Weg geräumt und Cäsar meine unsterbliche Liebe gestanden hatte, gingen wir alle geschafft aber erleichtert ab und konnten die übrigen Vorstellungen genießen: Der Vatikan gewann wie erwartet den Grand Prix Eurovision de Chanson, viel Wodka wurde konsumiert, Wachsfiguren erwachten zum Leben und in einer Dating-Show fand eine alte Engländerin die Liebe ihres Lebens. Schließlich hatten es alle geschafft, zufrieden hieß es beispielsweise: „Wir haben alles richtig gemacht – das Publikum hat an den richtigen Stellen gelacht.“
Dieser Tag konnte nun wirklich ganz entspannt ausklingen, alle Aufgaben waren gemeistert, was – freilich mit unterschiedlicher Intensität – teilweise bis tief in die Nacht gefeiert wurde.
 
Am Sonntag wachten wir dann zum letzten Mal in der Landesakademie Bad Wildbad auf. Nachdem wir noch einmal zusammen gefrühstückt und Adressen ausgetauscht hatten war es um 9 Uhr auch schon Zeit für die Preisverleihung. Viele Urkunden und Preise wurden verliehen: ein vom Altphilologenverband gestifteten Barpreis, ein einwöchiges Seminar für die fünfzehn Höchstplatzierten, über das auch ich mich sehr freute, für die drei glücklichen Turniersieger einen fünfwöchigen USA-Aufenthalt und ein eigens für die hervorragende Darstellung des sehr dramatischen Todes einer russischen Großmutter, gestifteter „Babuschka-Preis“.
 
Schließlich verabschiedeten wir uns mit dem Versprechen, uns nächstes Jahr beim Sprachenturnier wieder zu sehen, und fuhren um viele Erfahrungen reicher zurück nach Hause.