Demokratieprojekt 2017

Demokratie-Projekt der Klasse 9d

Demokratie, Politik, geht das nicht jeden was an?

Ja, das tut es und deshalb stimmten wir, die Klasse 9d, auch direkt zu, als unsere Klassenlehrerin, Frau Schwickerath, uns den Vorschlag machte, an einem Demokratie-Projekt teilzunehmen. Wir trafen uns an zwei Vormittagen für drei Schulstunden mit den Veranstaltern des Projekts, der sogenannten „Toupi-Group“(der Leiter, Fernando Andia, kommt aus Peru und „Toupi“ ist der Name eines Vogels, der dort lebt), und behandelten unterschiedliche Aspekte rund um das Thema Demokratie.
 
 
 
Spielend lernen, wie Demokratie funktioniert!
Unser erstes Treffen mit der Toupi-Gruppe begann damit, dass sich die Gruppe kurz vorstellte und wir anschließend einen Fragebogen mit verschiedenen Fragen zum Thema Politik beantworten sollten.
Nun sollte jeder von uns auf einen Zettel schreiben, was Demokratie unserer Meinung nach bedeutet und dann sammelten wir an der Tafel unser Vorverständnis von Demokratie und besprachen die Ergebnisse.
Jetzt spielten wir das erste Spiel, bei dem wir zuerst etwas skeptisch waren, was dann aber schon bald verflog. Es wurde ein großes, elastisches Tuch, in dem in der Mitte ein riesiges Loch war, auf den Boden gelegt, in welches wir uns alle hineinstellen und schließlich an den Seiten dagegen lehnen sollten, sodass das Tuch unsere Rücken berührte und uns hielt. Unsere Aufgabe war es nun, verschiedene Figuren (z.B. ein Dreieck) zu bilden. Am Anfang war es ziemlich schwer, doch zum Schluss haben wir es gut hinbekommen. In jedem Fall funktionierte das Spiel nur mit guter Teamarbeit und keiner durfte „aus der Reihe tanzen“, wenn wir die Figuren schnell aufstellen wollten. Hier wurde deutlich, dass man in der Demokratie ziemliches Verhandlungsgeschick braucht.
Beim zweiten Spiel mussten wir uns parallel in zwei Reihen stellen. Dann bekamen alle in der Reihe mit Ausnahme des Letzen Augenbinden, sodass nur dieser sehen konnte. Nun wurde ein Ball versteckt und die letzte Person musste durch verschiedene, vorher besprochene Zeichen, z.B. Schulterklopfen, seinem Vordermann signalisieren, in welche Richtung er sich zu begeben hat, um den Ball zu finden, während dieser den „Klopfbefehl“ wiederum an seinen Vordermann weitergab usw. Das Spiel hat viel Spaß gemacht und war sehr lustig. Auch hier wurde deutlich, dass nur der Letzte der Reihe die „Macht“ hatte, seine Gruppe zu führen, wobei er auch ziemlich hilflos dastand, wenn die anderen falsche Befehle weitergaben oder zu langsam reagierten. So ähnlich müssen sich wohl auch manchmal gewählte Repräsentanten fühlen, wenn sie ihre Beschlüsse umsetzten wollen, es aber an der Umsetzung hakt. Letztlich ist der Mächtige nicht wirklich mächtig, wenn seine Gruppe nicht gut mitspielt.
 
 
 
Macht oder Herrschaft?
Wir haben deshalb auch über das Thema Macht diskutiert und darüber, ob wir Macht gut oder schlecht finden. Schließlich sind wir zum Entschluss gekommen, dass Macht einen Menschen dazu treiben kann, schlimme Dinge zu tun, um seine Macht zu stärken, aber dass ein System ganz ohne Machtverhältnisse auch problematisch sein kann, da es sonst keine Ordnung gäbe. Wir haben gelernt, dass es in einer Demokratie eine rechtlich eingegrenzte Macht gibt, die keine absolute Macht darstellt und die man „Herrschaft“ nennt. So ist z.B. auch die Macht der Polizei an Gesetze und an ein Amt gebunden. Damit war unser erstes Treffen auch schon zu Ende und wir freuten uns schon auf das zweite.
 
Was ist eigentlich eine gerechte Verteilung von Schokonüssen?
Unser zweites Treffen begann mit einem kleinen Film, in dem sich verschiedene Personen zum Thema Demokratie äußerten. Danach haben wir ein kleines Aufwärmspiel gespielt, bei dem wir von einem Kreis nach den Richtungsvorgaben der Leiterin in verschiedene Richtungen springen sollten. Das Spiel war ziemlich verwirrend und hat uns allen Spaß gemacht.
Dann haben wir über das Thema Gerechtigkeit gesprochen und verschiedene Arten von Gerechtigkeit kennengelernt und auch dazu wieder zwei Spiele gespielt. So mussten wir z.B. über die Verteilung von Schokonüssen in zwei Gruppen verhandeln und erkennen, dass es unterschiedliche Vorstellungen von Gerechtigkeit gibt.
Zum Schluss füllten wir zur Rückmeldung der Toupi-Group wiederum einen Fragebogen aus und damit war dann auch schon unser Demokratie-Projekt zu Ende.
 
Insgesamt hat uns das Projekt viel Spaß gemacht und wir können es nur weiterempfehlen, da es uns auf sehr unterhaltsame und spielerische Art politische Inhalte vermittelt hat. Nochmals vielen Dank an die Toupi-Group, dass sie uns dieses Projekt ermöglicht hat und sich die Zeit genommen hat, mit uns an den beiden Treffen zusammenzuarbeiten!
 
Sofia Glieden, 9d