Begegnungen

Locker, Lustig, Lecker!

Begegnung des Franz/Bac-Kurses der MSS11 mit Schülern aus Metz

Um am Ende der Oberstufe als Abi/Bac-Kurs neben dem deutschen Abitur auch das französische Baccalauréat in der Tasche zu haben, genügt es nicht, ausschließlich im Unterricht zu sitzen. Ein Bestandteil des Zeugnisses ist es auch, praktische Erfahrungen bei Treffen mit Franzosen zu sammeln. Wir, der Franz/Bac-Kurs der 11. Jahrgangsstufe, absolvierten nun unsere erste Begegnung mit Schülern aus Frankreich – genauer gesagt aus Metz.
 
   
 
Mit weniger als einem PS durch Trier
Das deutsch-französische Treffen war in zwei Projekttage unterteilt, wobei der eine in unserer Moselstadt und der andere in Metz stattfand. Wir, zuständig für das Programm in Deutschland, stellten uns bei der Vorbereitung die Frage, wie wir den französischen Schülern Trier näher bringen können, ohne dass diese gelangweilt wieder die Heimreise antreten. Die Lösung war eine Stadtrallye.
 
Suppe gegen Minusgrade
Am Montag, 02. Dezember, war es dann soweit. Nach der Ankunft der Metzer starteten wir in kleinen Gruppen unsere Citytour. Bewaffnet mit Aufgabenblättern und Stiften mussten die Schüler beispielsweise aktuelle Stücke aus dem Spielplan des Trierer Theaters herausfinden, die Dommäuse suchen, die Eislaufbahn finden und den Begriff „Grumberschnietscher“ ins Hochdeutsche übersetzen. Wir waren erstaunt, wie offen und selbstbewusst die Schüler auf deutsche Passanten und Standbetreiber zugingen und sie beispielsweise nach dem Namen des derzeitigen Trierer Bischofs fragten. Am Ende des Vormittags, nach einem kurzen Bummel über den Weihnachtsmarkt, ging es zurück ins HGT, wo eine kräftige Gemüsebrühe mit Fleisch und Nudeln auf uns wartete. Die Suppe schmeckte gut und nach ein paar Stunden in eisiger Luft hatten wir alle Hunger und freuten uns auf ein warmes Mittagessen.
 
 
Vom Essen zum Essen
Nun besteht solch ein Treffen nicht nur aus Sightseeing und Essen, sondern auch aus Projektarbeit. Als kulinarisch veranlagter Kurs entschieden wir uns gemeinsam mit unseren französischen Partnern für das Thema „Gastronomie“. Eingeteilt in sechs Gruppen war es unsere Aufgabe, einen circa zehnminütigen Sketch vorzubereiten, angelehnt an die in beiden Ländern bekannte Fernsehsendung „Das perfekte Dinner“. Folglich wurde diskutiert und geplant – geredet wurde von den Metzern Deutsch und von uns Französisch. Eine der spannendsten Aufgaben war es, die Charaktere zu bilden und zu entwickeln, welche den Witz der gesamten späteren Aufführung ausmachten. Nach ein paar Durchläufen war der Nachmittag bereits vorbei und mit guten Ideen im Gepäck begaben sich die Franzosen auf den Heimweg – im Hinterkopf unser Besuch in zwei Wochen.
 
Willkommen in Metz
Zwei Stunden Zugfahrt lagen hinter uns, als wir den Metzer Hauptbahnhof erreichten. Wir wurden abgeholt und fuhren mit dem Bus zum Lycée Fabert. Vorbei ging es an prächtigen Bauten aus der wilhelminischen Epoche um das Jahr 1900, als Metz nach dem deutsch-französischen Krieg zu Deutschland gehörte. Genauso begeisterte uns die Schule, welche größtenteils im Gebäude eines ehemaligen Klosters untergebracht ist. Nach dem Wiedersehen mit den französischen Schülern führten uns diese durch den riesigen Gebäudekomplex. Sie zeigten uns die Mensa, das Internat und die kleinen Innenhöfe, die von Arkaden umgeben sind. Vollkommen überrascht und fasziniert von der Architektur ging es in die Aula des Lycée. In diesem mit Fresken verzierten Saal standen sechs Tische mit Stühlen, an denen wir schließlich unsere Sketche vollendeten. Einige Franzosen nutzten die Zeit zwischen den Treffen in Deutschland und Frankreich, um einen Dialog auszuformulieren und aufzuschreiben, andere verständigten sich bzgl. der Tischdekoration und den Requisiten. Bevor es an die Aufführung ging, gab es Mittagessen: Es wartete ein leckeres Drei-Gänge-Weihnachtsmenü auf uns.
 
Zwischen Molekülen und Joghurt
Schließlich begannen wir mit den Aufführungen der Sketche. Diese waren sehr unterschiedlich vom Inhalt, der Dekoration und der Vortragsweise. Gezeigt wurde ein einfaches Weihnachtsessen, welches in einer Welle der Unzufriedenheit und des Alkoholkonsums endete, ein Essen, dessen beliebteste Speise Joghurt war, und ein verrückter Wissenschaftler, der seine Gäste mit Gerichten aus seiner Molekularküche bediente. Insgesamt war es ein bunter Mix, der sowohl bei den Lehrern, als auch den Schülern beider Länder gut ankam.
Zum Abschluss des Tages ging es auf den Metzer Weihnachtsmarkt. Dieser enttäuschte uns etwas, da er mehr nach Kirmes als nach Weihnachtsmarkt aussah. Die Hütten waren teilweise bunt, der Abstand zwischen ihnen zu groß, um ein Gefühl von Weihnachtsatmosphäre aufkommen zu lassen, und die Waren wie beispielsweise Handyhüllen oder Schminkutensilien passten unserer Meinung nach nicht auf einen Weihnachtsmarkt. Kulinarisch betrachtet bietet er jedoch eine große Auswahl für diejenigen, die zuvor nicht ein reichhaltiges und gutes Weihnachtsmenü gegessen hatten und immer noch gesättigt waren. Daraufhin verabschiedeten wir uns von den Metzer Schülern und machten uns auf den Weg nach Hause.
 
Insgesamt lässt sich sagen, dass die Begegnung mit den französischen Schülern eine Bereicherung für den Unterricht war und uns persönlich auch viel gebracht hat. Beide Seiten hatten die Möglichkeit, ihren Wortschatz zu erweitern und jeweils vom anderen zu lernen.  
 
 
von Manuel Beh, MSS11
 
 
Quellen:
·        http://www.trier-info.de/trierer-rezepte (20.12.2013)
·        http://www.lycee-fabert.com/ (20.12.2013)