Ausstellung zum Alltag in der DDR | Humboldt - Gymnasium Trier

Ausstellung zum Alltag in der DDR

Eindrucksstarke Konzertlesung zum Alltag in der DDR:
Stephan Krawczyk zu Besuch am HGT

Jungpioniere, „Speichellecker“ und Polizeistaat – über diese und viele weitere Aspekte des Lebens in der DDR sprach der Bürgerrechtler, Musiker und Autor Stephan Krawczyk mit den Schülerinnen und Schülern unserer 10. Klassen.

Eindrücklich erzählte er von seinen ersten Zweifeln am SED-Regime während seines Militärdienstes, von dem privilegierten Leben als Musiker und der plötzlich erfahrenen Verachtung aufgrund von öffentlich geäußerter Kritik. Auf Texte über mangelnde Reisefreiheit oder die Bevorzugung von Parteifunktionären folgten das Berufsverbot, drei Jahre Bespitzelung und 1988 schließlich die Ausbürgerung.

 

Wie fühlt es sich an, im Rückspiegel stets verfolgende PKWs wahrzunehmen, die Wohnung verwanzt und die gegenüberliegende Wohnung von der Stasi gemietet zu wissen? Lieder, die in diesem Kontext entstanden sind, präsentierte Herr Krawczyk uns ebenso wie einen Auszug aus seinem Roman „Mein bester Freund wohnt auf der anderen Seite“. Seine Erfahrungen verarbeitete er in zahlreichen Publikationen, denn „Ausdruck und Sprache sind der einzig wahre Schatz“.

Die interessante und nachhaltige Begegnung mit Herrn Krawczyk bildete den Auftakt zur Ausstellung „DDR: Mythos und Wirklichkeit – Wie die SED den Alltag der DDR-Bürger bestimmte“, die als Leihgabe von der Konrad-Adenauer-Stiftung noch bis zum 19.06.2018 am HGT zu sehen ist (in der Aula des Robert-Schuman-Gebäudes, am Sommerfest im Hauptgebäude).

A. Cartier