Auf nach Frankreich

Auf nach Frankreich - Habt keine Angst, ins Ausland zu gehen

Gustav Reinhardt vom Rheinland-Pfalz-Haus erläutert Möglichkeiten, in Frankreich Erfahrungen zu sammeln
 
Auf nach Frankreich: Unter diesem Motto veranstaltete das HGT unter der Organisation von Französisch-Lehrerin Anne Cartier am 06. Juli eine Informationsveranstaltung. Dabei informierte Gustav Reinhardt, Leiter des Praktikantenbüros im Rheinland-Pfalz-Haus in Dijon, die Schüler über die Möglichkeiten, ein Praktikum in Frankreich zu absolvieren und am europäischen Freiwilligendienst oder an internationalen Studiengängen teilzunehmen.
 
 
 
Drei Monate mit Brigitte
Für alle Schüler bis zur elften Jahrgangsstufe stellte Reinhardt das Brigitte Sauzay-Programm vor. Bei diesem Angebot verbringt man drei Monate bei einem französischen Austauschpartner, der während einer genauso langen Zeit in die deutsche Familie kommt. Besonderheit ist, dass man sich als interessierter Schüler selbst einen Austauschpartner suchen muss. Dabei empfehlen die Französisch-Lehrer am HGT sich bei der Suche auch bei ihnen zu melden. Ankommende Anfragen aus Frankreich können sie so direkt an die wartenden, deutschen Schüler weiterleiten.
 
FSJ in Frankreich
„Nun tun wir so, als hätten wir das Abi schon in der Tasche.“: Auf diese Weise leitete Reinhardt den Fokus auf den europäischen Freiwilligendienst. „Das FSJ ist in Deutschland viel beliebter als in Frankreich. Hier wollen viele Schüler nach dem Abitur erst einmal nichts mehr lernen müssen. In unserem Nachbarland ist dies anders“, sagt Reinhardt. Den Freiwilligendienst können deutsche Jugendliche auch in Frankreich absolvieren, und zwar in den Bereichen Soziales (Kitas, Altenheime,…), Sport (Sportvereine, Sporttrainings,…), Schule, Ökologie (Bauernhof, Universitäten zur Durchführung naturwissenschaftlicher Projekte,…) und Kultur (Museen, archäologische Einrichtungen,…). Der Bewerber muss zwischen 18 und 25 Jahre alt sein, um ein Jahr diese Auslandserfahrung sammeln zu können. Je nach Einsatzstelle erhält man zusätzlich einen gewissen Betrag, der als Aufwandsentschädigung und Taschengeld dient.
 
Mit Erasmus ins Ausland
Nach der Erasmus-Statistik ist Frankreich das zweitbeliebteste Ziel für Deutsche, die im Ausland studieren möchten, so Reinhardt. Dies resultiere aus der geographischen Nähe, aber auch aus den vielen Partnerschaften, wie beispielsweise zwischen Rheinland-Pfalz und Burgund. Für Auslandssemester bietet sich das Erasmus+-Programm an, bei dem man ab dem dritten Semester für ein oder zwei Semester nach Frankreich gehen kann. Dabei gilt: Nach jedem Abschluss kann ein Auslandssemester mit Erasmus+ absolviert werden, was mit dem Bachelor-Master-System also zweimal möglich ist. Hierbei sollten sich die Studenten bereits zu Beginn des Studiums überlegen, ob dies für sie in Frage kommt, zumal dies beim Französisch-Studium Pflicht ist.
Eine zusätzliche Möglichkeit, Frankreich ins Studium mit einzubeziehen, sind integrierte Studiengänge. Bei diesen wird ein deutsch-französisches Doppeldiplom erworben, da jeweils eine Hälfte auf Französisch und auf Deutsch gelehrt wird.
 
Zu Gast in Frankreichs Wirtschaft
„Frankreich ist das drittbeliebteste Land für Praktika, laut der Erasmus-Statistik“, führt Reinhardt ins nächste Thema ein. Dabei lohne es sich, beim Studium in Firmen Praktika zu absolvieren, die sowohl in Deutschland als auch in Frankreich Niederlassungen haben - so verschaffe man sich eine große Chance auf dem Arbeitsmarkt. Zur Praktikumssuche helfen verschiedenste Netzwerke wie auch das Haus Burgund in Mainz. Schüler können sich dort ans Praktikantenbüro wenden und angeben wann, wo in Burgund und in welcher Branche sie Erfahrungen sammeln möchten. Die Mitarbeiter dort suchen für einen gewissen Betrag Angebote heraus. Hierbei gibt es auch Stipendien, die man spätestens zwei Monate vor dem Praktikum beantragen sollte.
 
Für Gustav Reinhardt sei es das erste Mal, dass er deutschen Schülern Angebote in Frankreich näher gebracht habe. Sonst laufe es immer andersherum ab. An der Veranstaltung nahmen insgesamt rund 50 HGT-Schüler aus der zehnten, elften und zwölften Jahrgangsstufe teil. „Ich möchte mit der Veranstaltung nicht, dass ihr morgen eure Koffer packt und nach Frankreich geht. Ihr sollt die Angst davor verlieren und offen werden für die vielen Möglichkeiten, die man euch bietet“, erklärt Reinhardt.
 
 
 
von Manuel Beh, MSS12