Projekttage der 10. Klassen

Im Januar finden Jedes Jahr die Gedenktage der zehnten Klassen des HGT anlässlich des am 27. Januar stattfindenden Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus statt.

Die Schüler haben dabei die Wahl zwischen verschiedenen Projekten, in denen sie sich unterschiedlich mit dem Holocaust und anderen Verbrechen der Nationalsozialisten befassen. 


Gedenktage 2020

Zukunft braucht Erinnerung - Projekttage der 10. Klasse anlässlich des Holocaust-Gedenktages

Vor 75 Jahren am 27. Januar wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Wie schon seit vielen Jahren begingen auch dieses Jahr die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen diesen Tag, den offiziellen Holocaust-Gedenktag, als Projekttage. Sechs Gruppen beschäftigten mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten und mit verschiedenen Zugängen mit diesem schwierigen Thema und führten ihre Ergebnisse in einer eindrucksvollen, ernsten und vor allem auch würdigen Gedenkfeier zusammen, die unter dem Motto „Zukunft braucht Erinnerung“ stand.

Projekt 1: Der Besuch im KZ Hinzert
Am Montagmorgen trafen sich die Projektteilnehmer zunächst in der Schule. 
Herr Brüning erzählte dort von der politischen Lage in der Vorkriegszeit, wie Adolf Hitler an die Macht kam, was zur Errichtung der Konzentrations- und Vernichtungslager führte und wie viele davon, nicht nur in Deutschland, errichtet wurden. Er erzählte recht detailliert, wie es in den Konzentrationslagern zuging und unter welchen Umständen die Menschen dort „leben“ und arbeiten mussten. Basierend auf dem so gewonnenen Wissen in Kombination mit im Geschichtsunterricht angesammelten Materialien arbeiteten wir Schüler/innen die Inhalte der Erzählungen in Gruppen auf.

Nach der Vorbesprechung der Fahrt fuhren wir dann zur Gedenkstätte Hinzert.
Gegen 10:30 Uhr bei der Gedenkstätte angekommen, erwartete die Schüler ein in zur idyllischen Umgebung wenig passendes Gebäude: Die Gedenkstätte Hinzert. Diese wurde zur Erinnerung an die Qualen der im damaligen Konzentrationslager gefangenen Menschen errichtet, was sich schon in der Architektur widerspiegelt: Die Asymmetrie in der Architektur der Gedenkstätte ist ein Sinnbild dafür, dass das Leben der Gefangenen keine Ordnung und Geradlinigkeit mehr kannte.
Vom damaligen Konzentrationslager sieht man heute nichts mehr, denn das Lager wurde von den Franzosen nach 1945 aufgelöst, das gepachtete Gelände dabei an die Besitzer zurückgegeben.

Nach einer Begrüßung durch den Tourleiter im Dokumentationszentrum der Gedenkstätte saßen die Schüler in einem Kreis. In der Mitte dieses Sitzkreises befand sich ein geschlossener Koffer, der, wie auch das restliche Gebäude, die Neugierde der Schüler weckte. In diesem Koffer befanden sich persönliche Gegenstände, die das schwere und qualvolle Leben der Inhaftierten symbolisierten. Dazu gehörte beispielsweise ein Rasierer, der dafür stand, dass die Insassen vor der Aufnahme im Konzentrationslager sämtliche Haare und Körperhaare abrasiert bekamen.

Weiter gehörte dazu ein Brief; denn für die Gefangenen war die Post von ihrer Familie sehr wichtig: Dies war es nicht nur, um Kontakt halten zu können, sondern auch um die Kraft zum Überleben zu finden, denn die Nahrungsrationen der Insassen waren kaum ausreichend, um überleben zu können. Der Tourführer verteilte der Gruppe Mappen, die einzelne Lebensgeschichten der Insassen des Konzentrationslagers enthielten. Die unmenschlichen Lebensbedingungen der nach Hinzert deportierten Menschen, die Foltermethoden und die Kleidung der Gefangenen waren genauso dokumentiert, wie der Aufbau des Lagers, die Taten SS-Männer, die Sichtbarkeit des Lagers und der dort verübten Verbrechen für die Bevölkerung der Umgebung.

Nun verließen wir das Gebäude, um uns den Ehrenfriedhof zu betrachten, unter denen exhumierte KZ-Insassen beerdigt sind. Durch den Regen beeilten wir uns schnell zur Kapelle, der zwischen den Bäumen hervorragte. Früher als Gedenkstätte und Trauerort für die Angehörigen und Überlebenden, dient sie heute hauptsächlich als Erinnerung an die wenige Hoffnung, die den Inhaftierten blieb. Auch die handgeschnitzte Maria-Figur, die ein Überlebender nach seinem Freikommen, für die Sühnenkapelle angefertigt hatte. Nach einer kleinen Pause hatten wir die Gelegenheit, die Dauerausstellung zu betrachten. Die Ausstellung gab uns Einblicke in die Geschichte des Lagers in den Jahren von seiner Gründung 1939 bis zu seiner Befreiung 1945, den Lageralltag, die Schicksale der Deportierten, die Morde und den Umgang mit dem Verbrechensort nach 1945. Auch die Täter, ihre Verbrechen und die Strafverfolgung in der Nachkriegszeit sind in einem Themenbereich abgebildet. 

Beeindruckend für uns waren neben den Informationstexten zu diesen Themen, die Interviews mit den Zeitzeugen, die selbst in das KZ Hinzert deportiert worden. Der Tourgate ging dabei auf jede Frage ein. Da er sich seit Jahren mit der Thematik befasst und in seiner Tätigkeit beim Förderverein viele ehemalige Gefangene des KZs und deren Angehörige persönlich kennengelernt hat, waren seine Berichte sehr detailliert und lebendig, und es schwangen stets mahnende Töne mit. Mit sehr bewegenden Worten erzählte der Herr uns von den schlimmen Hinrichtungen von vielen Insassen. Dieses Schicksal stimmte uns besonders  nachdenklich.

Ganz interessant waren die Dokumente von zwei Ehepartnern, die ebenfalls in unterschiedliche KZs deportiert worden waren, und letztendlich hingerichtet worden sind, auf Grund der Tatsache, gegen ein Gesetz verstoßen zu haben. Und zwar das Abhören ausländischer Radiosender.

Nach ca. 5 Stunden ging es wieder zurück nach Trier. Insgesamt hat uns der Besuch der Gedenkstätte einen tiefen Eindruck hinterlassen. Während des Besuchs kämpften wir mit unseren Emotionen und wir wussten eins, dass so etwas nie wieder passieren darf.
Unser größter Dank gilt Herrn Reinhard, der uns mit viel Fachwissen und mit seiner sehr freundlichen und direkten Art einen Teil unserer Geschichte nahe gebracht hat, für den die heutigen Generationen keine Verantwortung mehr tragen, die wir aber nie vergessen dürfen.
Hiermit gedenken wir aller Opfer des KZ Hinzert. Wir gedenken mit dem Kopf und fühlen mit unserem Herzen.

Text: Dicle Ates und Ezgi Albayrak 10 A

Projekt 2: Ernst Lossa – Ein Einzelschicksal des Euthanasieprogramms
In unserem Projekt mit dem Thema „Ernst Lossa – ein Einzelschicksal des Euthanasie-Programms im Film und in der Realität“ haben wir uns mit der Ermordung von geistig oder körperlich behinderten Menschen zur Zeit des Nationalsozialismus auseinandergesetzt. Zusammen haben wir den berührenden Film ,,Nebel im August´´ gesehen und uns mit den Charakteren beschäftigt. Der Film handelt von dem Schicksal eines Jungen namens Ernst Lossa, der wegen Diebstahls und verhaltensauffälligem Verhalten in die Heil- und Pflegeanstalt Kaufbeuren kommt. Dort durchschaut er, dass die Patienten, die angeblich an zum Beispiel Lungenentzündungen verstarben, eigentlich vergiftet wurden. Er ist mutig und zettelt Aufstände an, rettet das Leben einer Patientin und konfrontiert den Direktor. Am Ende des Filmes wird auch Ernst durch eine Spritze getötet.
Gemeinsam haben wir in der Klasse Vergleiche zum Leben des echten Ernst Lossa gezogen. Dieser hat, so wie andere Charaktere des Films, wirklich existiert. Zusätzlich zu dem individuellen Schicksal haben wir uns auch allgemein mit dem Thema NS-Euthanasie beschäftigt. Auch an der Meinung der Einwohner Triers zu diesem Thema waren wir interessiert, weshalb wir eine Straßenumfrage in der Innenstadt gemacht haben. Diese haben wir zusammen mit den anderen gelernten Informationen an einer Gedenkfeier in der Schule vorgestellt.
Meiner Meinung nach war das Projekt sehr lehrreich und interessant. Ich finde Aufklärung ganz besonders in dem Bereich wichtig und in diesem Projekt gut gelungen. Das Arbeitsklima war sehr angenehm und trotz Produktivität entspannt und persönlich. 

Text: Greta Frössler, 10 A

Projekt 3: Stätten nationalsozialistischen Terrors in Trier
Am Montag, dem 27. Januar, und Dienstag, 28. Januar, gab es im Rahmen der Projekttage der 10. Klassen zum Holocaust-Gedenktag auch das Projekt „NS-Terror in Trier“. Unsere Gruppe hat sich mit den Auswirkungen des Regimes in Trier befasst und hat auch versucht, einen Bezug zur heutigen Welt herzustellen. Dabei haben wir viel Neues erfahren, wie z.B. dass Trier ab 1943 keine jüdischen Einwohner mehr hatte oder dass das Haus am Balduinsbrunnen der Hauptsitz der Gestapo war. Aber nicht nur die neu erlangten Informationen haben uns ein besseres Verständnis über diese grauenhafte Zeit ermöglicht, sondern dieses Grauen in unserer Heimatstadt erkennen lassen. 
Das Projekt hat uns diese Zeit näher gebracht und uns erfahren lassen, wie es unseren ehemaligen Mitbürgern erging. Es war sehr bedrückend und hat uns gezeigt, dass wir weiter viel darüber sprechen müssen. 
Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass unsere Generation zwar keine Schuld trägt, wir aber für die Gegenwart und Zukunft Verantwortung tragen und deshalb der Millionen Opfer weiter würdevoll gedenken müssen.

Text: Carmen Klar 10 C

Projekt 4: Literarische Auseinandersetzung – Paul Celan, Die Todesfuge

Im Rahmen der Gedenktage des HGT am 27. und 28. Januar 2020  hat sich die Gruppe von Herrn Brinschwitz ausführlich mit dem Lyriker Paul Celan und seinem Gedicht "Die Todesfuge" beschäftigt.
Paul Celan war ein Überlebender eines Konzentrationslagers zur NS-Zeit, der mittels seiner Gedichte versuchte, all seinen unbeschreiblich schrecklichen Erlebnissen innerhalb seines Aufenthalts in dem Lager Ausdruck zu verleihen und diese zu verarbeiten. Dies scheiterte jedoch schlussendlich: er beging im Alter von 50 Jahren Selbstmord.

Um uns vorerst in das Thema einzuarbeiten, haben wir die ersten Stunden damit verbracht, über den Holocaust bzw. Shoa zu reden und haben uns diesbezüglich auch mit der Aktualitätsfrage auseinandergesetzt. Anschließend wurde von Herrn Brinschwitz ein informativer Film über das Leben von Heinrich Himmler gezeigt und schlussendlich endete der erste Tag mit einigen Worten zu Paul Celans Person und dem ersten Einlesen in sein Gedicht.
Wie wir mit der Zeit feststellten, verbarg "Die Todesfuge" deutlich mehr Geschichte, als man beim ersten Durchlesen verstehen konnte. Mit jedem Vortragen brachten wir unter der Anleitung unseres Lehrers mehr und mehr Leben in den Versen und Strophen zum Vorschein und bereiteten uns auf diesem Weg Stück für Stück auf die abendliche Präsentation des Gedichtes am 28.1. vor.

Text: Theresa Finsterwalder 10 B

Projekt 5: Das Unsagbare ins Bild bringen - Kunst-Projekt 
Im Kunstprojekt unter der Leitung von Frau Apel standen die Analyse einiger Propagandaplakate aus der NS-Zeit, sowie die Gestaltung eines Gegenplakates, im Mittelpunkt. 
In einer kleinen Gruppe von sieben Schüler*innen setzten wir uns morgens am ersten Tag mit Frau Apel an einen Tisch und  begannen zunächst einmal damit Propagandaplakate der NSDAP zu analysieren und zu besprechen. Mit welchen Farben und Symbolen wurde hier gearbeitet? Wie und aus welcher Perspektive wurden die abgebildeten Personen dargestellt? Wie wurde die schriftliche Aussage visualisiert und abstrahiert? Das waren die grundlegenden Fragen, die wir an die Plakate richteten. Dabei stießen wir auf Themen wie etwa die Vorherrschaft des Vaters in der Familie bzw. des Mannes in der Gesellschaft allgemein (Patriarchat), sowie die konsequente Ausgrenzung und Verhetzung von Minderheiten und „nicht-lebenswerter“ Menschen wie  beispielsweise psychisch/physisch Behinderter, Homosexueller sowie Sinti und Roma.
Es ist schockierend, wie geschickt man den Menschen unterschwellig und doch sehr präsent die NS-Ideologie indoktrinierte. 
Nach einigen bedrückten Momenten des Schweigens begannen wir Ideen für Gegenplakate zu sammeln und Skizzen anzufertigen.  Dabei fragten wir uns: Was ist grundlegend für eine funktionierende Demokratie und eine freie, offene Gesellschaft?  Brüderlichkeit, Nächstenliebe, die Individualität jedes einzelnen und Menschenwürde waren nur einige zentrale Themen, die uns dabei in den Sinn kamen. Als jeder die für ihn wichtige Kernaussage gefunden und vorab schon einmal skizzenhaft festgehalten hatte, ging es auch schon an die Leinwände. Jeder suchte sich einen freien Platz im Raum und begann mit der Vorskizze und mit der farblichen Gestaltung mit Acrylfarben. 
Am nächsten Tag trugen wir, nach dem Beenden unserer Kunstwerke, selbige samt Staffeleien in die Aula und bereiteten, nach kurzer Absprache zur Präsentation, alles für die Gedenkfeier am Abend vor. 
Allen Teilnehmern – mich eingeschlossen - war es eine neue und lehrreiche Erfahrung  uns künstlerisch kreativ mit dem Gegensatz Nationalsozialismus und Demokratie auseinanderzusetzen. 

Text: Lilyane R. Simon,  10c

Projekt 6: Heute noch gedenken? - Zukunft braucht Erinnerung  
Vor 75 Jahren fand die schreckliche NS-Diktatur ein Ende und das Konzentrationslager Auschwitz wurde aufgelöst. Millionen von Menschen wurden gefoltert und umgebracht, ganze Städte zerstört und auch das letzte bisschen Hoffnung der Menschen war verschwunden. Unsere heutige Generation ist natürlich zu jung, um die Gräueltaten der Nazi-Herrschaft miterlebt zu haben, jedoch wissen wir alle welche grausamen Dinge damals passiert sind. Doch nehmen wir es auch richtig ernst? Warum sollten wir? Wir tragen doch keine Schuld mehr für all das, es ist nicht mehr „unsere Angelegenheit“. Können wir unsere Vergangenheit nicht einfach loslassen?
Mit dieser Frage haben sich einige Schüler der zehnten Klassen und Herr Jakobs während der zwei Projekttage zur Gedenkfeier beschäftigt. Im Zuge dessen haben wir uns verschiedene Dokumente, politische Reden und Zitate, Aussagen von Zeitzeugen sowie einen Kurzfilm angeschaut, die uns zu dem Entschluss brachten, dass man dieses Thema betreffend deutlich zwischen Schuld und Verantwortung unterscheiden muss. Keiner von uns trägt mehr irgendeine Schuld für diese grausamen Taten und doch sollten wir alle aus der Vergangenheit lernen, Verantwortung dafür übernehmen und alles dafür tun, um solche unmenschlichen Vergehen in der Zukunft zu verhindern.
Wehret den Anfängen. Zukunft braucht Erinnerung.

Text: Marlene Köllisch 10 C

Anwesende Eltern äußerten sich über die Gedenkarbeit:
Schon vor der Aula war die Wichtigkeit des Gedenkens an den Holocaust zu spüren, da verschiedene Geschichten und Bilder aus dem 2. Weltkrieg von der Decke hingen.
Um in die Aula zu kommen, musste man durch diese Darstellung hindurch und ich befand mich mittendrin.
Es folgten dann sehr gute Darbietungen aus verschiedener Sicht, um diese schrecklichen Taten aus der Vergangenheit ins Gedächtnis zu bringen.
Alle Schülergruppen haben einen lebhaften und emotionalen Abend gestaltet, der mir sehr gut gefallen hat.
Ich finde es überaus wichtig, sich immer wieder damit zu befassen und daraus zu lernen und seine Stimme … zu erheben, wenn Ungerechtigkeit geschieht, und um Schwächeren zu helfen.
Herzlichen Dank an das gesamte Team.

Bianca Leyendecker

Die Gedenkfeier der 10. Klassen des HGT am 28.01.2020 hat mich persönlich sehr bewegt und beeindruckt. Gut gefallen hat mir besonders, dass viele verschiedene Aspekte von den einzelnen Arbeitsgruppen angesprochen wurden, wie z.B. Rückblicke in diese Zeit, Geschehnisse in Trier und unmittelbarer Umgebung, Kunst, Propaganda, Lyrik, sowie Film - und Musikbeiträge.
Gerade in unserer heutigen Zeit ist es so wichtig, die Erinnerung an diese schreckliche Zeit aufrecht zu erhalten, zumal es auch bald keine Zeitzeugen mehr geben wird, die aus dieser Zeit berichten können. Das HGT leistet mit dieser wiederkehrenden Veranstaltung einen wertvollen Beitrag dazu.

Martina Bohr

Gedenktage 2019

Erinnerung – Verantwortung – Chancen 

Die Aula war dunkel. Am Eingang erleuchteten Teelichter schwach den Raum. Sie waren in der Form der Symbole der Opfer des Nationalsozialismus aufgestellt. Die Aula füllte sich. Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10, Eltern und Lehrer setzten sich auf die Stühle. Dort fanden alle je ein Blatt mit der Kurzbiographie eines Trierer Opfers und der Abbildung des dazugehörenden Stolpersteines und mit dem Leitsatz des Abends: „Die Erinnerung an die Vergangenheit bewahren, die Verantwortung für die Zukunft übernehmen, die Chancen der Zukunft nutzen.“

Der Kurzfilm „Spielzeugland“ stimmte auf die Gedenkveranstaltung ein. Sie bildete den Abschluss von zwei intensiven Tagen, in denen sich die Jahrgangsstufe 10 in verschiedenen Projekten anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus am 27.Januar mit der Geschichte des  NS besonders in Trier auseinandergesetzt hatte.
Wichtig war an den Tagen nicht allein die Beschäftigung mit der Geschichte, sondern auch dass die Fragen angegangen wurden, was man aus ihr für die Gegenwart und die Zukunft lernen kann.

Text: Marianne Fusenig, Helia Firousbakht, Iosif Cesara, Dominik Dengler 

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Fahrt zur Gedenkstätte des SS-Sonderlagers Hinzert

Im Rahmen der Projekttage der zehnten Klassen zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus sind wir mit Herrn Alt zur Gedenkstätte des Konzentrationslagers (KZ) Hinzert gefahren. Getroffen haben wir uns wie gewöhnlich um 7.50h in der Schule, wo uns Herr Alt erstmals über KZs im Allgemeinen informierte. Um 9.15h holte uns der Bus ab und brachte uns in einer 30-minütigen Fahrt zur Gedenkstätte. Dort angekommen wurden wir von Steffen Reinhard, der uns den Tag über begleitete, in Empfang genommen. Er war früher selbst Geschichtslehrer, arbeitet nun allerdings schon seit 10 Jahren in der Gedenkstätte. Bis um 11.30h bekamen wir eine Einführung in das Thema mithilfe eines sogenannten „Geschichtskoffers“, in welchem besondere Relikte bezüglich des KZs verwahrt werden. Außerdem befassten wir uns mit Zeitzeugenberichten des ehemaligen KZ-Häftlings Peter Hassall, mit welchem wir den Ablauf und Alltag im SS-Sonderlager erfuhren. Nach einer zehnminütigen Pause besichtigten wir das Gelände, präziser ausgedrückt eine Kapelle, einen in Gedenken an die vielen Opfer des KZs errichteten Friedhof und den ehemaligen Standort des KZs selbst. Die Baracken, sowie andere Überreste des KZs sind heute allerdings nicht mehr erhalten. Danach schlossen wir Peter Hassalls Lebensgeschichte ab und besichtigten die Ausstellung, welche Zeitzeugeninterviews, Täter- und Opferprofile sowie alte Kleidung und andere Überbleibsel der ehemaligen Inhaftierten umschloss. Anschließend bearbeiteten wir alte Häftlingsakten und das Gerichtsurteil des ehemaligen HGT-Schülers Andreas Hoevel. Nach einer ausführlichen Besprechung der erarbeiteten Ergebnisse fuhren wir um 14.30h mit dem Bus zurück zum HGT. 

Am darauffolgenden Vormittag fassten wir unsere neu gewonnenen Erkenntnisse in einer PowerPoint-Präsentation zusammen.

Abschließend können wir sagen, dass wir viel Neues gelernt haben, da das Projekt sehr interessant, informativ, aber streckenweise leider etwas trocken war. Desweiteren sind uns viele erschütternde und berührende persönliche Schicksale begegnet. Insgesamt war das Projekt eine tolle Erfahrung und hat uns sehr bereichert.

Text: Jule Voss und Amelie Reutlinger

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Nationalsozialistischer Terror in Trier

Im Rahmen der Gedenktage am HGT, hat sich unser Projekt mit dem nationalsozialistischen Terror in Trier beschäftigt.  Zunächst haben wir uns im Internet und in Büchern über verschiedene Denkmäler und über Gebäude und ihre Funktion im Nationalsozialismus und heute Zeit informiert. Danach haben wir uns in Kleingruppen zusammengefunden und jeweils mit einem dieser Gebäude bzw. einigen dieser Gedenkstätten befasst. Für aktuelle Fotos sind wir in die Stadt gegangen. Anschließend haben wir unsere Ergebnisse in einer Präsentation zusammengefasst um einen Vergleich zwischen früher und heute darzustellen.

Text: Sarah Thevenin, Marie Illgen, Gabriel Maser

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Literarische Bewältigung

Auch in diesem Jahr hat Herr Brinschwitz sich, zusammen mit uns, seinen Schülern, in seinem Projekt „Literarische Bewältigung“ auf eine ganz besondere Weise mit dem NS-Terror auseinandergesetzt.
Mittwoch morgens begann das Projekt mit einer Einführung in das Thema. Wir hinterfragten den Sinn der Gedenk- und Erinnerungskultur und insbesondere den unserer Projekttage, die das HGT jährlich, anlässlich des Holocaust-Gedenktages am 27. Januar, organisiert. Auch stellten wir uns die Frage nach Schuld und Vergessen: Was haben wir, einige Generationen später, überhaupt noch damit zu tun? Müssen wir uns - als Deutsche – besonders betroffen fühlen? Bei dem Punkt, dass sich ein solches Grauen, wie zu Zeiten des NS-Regimes, nie mehr, auch nur ansatzweise, wiederholen darf, waren wir uns einig. Wir kamen zu dem Schluss, dass wir zwar keine explizite Schuld an dem damaligen Geschehen, jedoch dafür eine große Verantwortung für die Gegenwart und Zukunft, tragen.
Anschließend schauten wir uns die einstündige Spiegel-TV Dokumentation zu NS-Ideologe Heinrich Himmler an, die aufgrund von Originalaufnahmen und Bildern realistisch und umso beeindruckender wirkte.
Nach dieser eindringlichen Einführung widmeten wir uns dem Kern des Projekts, dem Gedicht „Todesfuge“ von Paul Celan. Mit diesem Werk hatte der Rumäne versucht, seine Erlebnisse während der NS-Zeit und in einem Arbeitslager zu verarbeiten. 1970 nahm sich Celan das Leben. 
Nach kurzer Interpretationsphase begannen wir, das Gedicht auf unterschiedlichste Weise vorzutragen und entdeckten, was für eine große Wirkung Betonung und Geschwindigkeit während des Vorlesens auf den Zuhörer haben kann. Nach kurzer Diskussion einigten wir uns schließlich auf einen einheitlichen Weg des Vortragens und fanden uns in Gruppen zusammen. So war es uns möglich, Celans Werk – gemäß dem Titel – in Form einer Fuge, also mehrstimmig, zu präsentieren. Die Tatsache, dass jede der Gruppen zu einem anderen Zeitpunkt mit dem Vortrag begann, erzeugte ein unübersichtliches Stimmengewirr. Dies sollte die absurde Situation, die unfassbaren Erlebnisse und das Leid der Opfer, in so etwas Simplen wie einem Gedicht, zum Ausdruck zu bringen, repräsentieren.
Von nun an übten wir zahlreiche Male das Vortragen des Gedichts, und setzen diese Übungsphase auch am Donnerstagmorgen fort. Bei der Gedenkfeier am Abend gelang es uns, Celans Werk wie beabsichtigt zu präsentieren. Auch nach Ende der Veranstaltung sorgte unser Auftritt für Gesprächsstoff. Wir hatten einige Fragen aufgeworfen - und doch ein klares Zeichen gesetzt. 

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Widerstand in Trier

An den Gedenktagen beschäftigte sich unsere Gruppe mit einem Widerstandskämpfer namens Reinhold Lofy, der aus Trier kam. Nachdem wir uns in das Thema mithilfe eines Textes und eigener Internetrecherche eingearbeitet haben, unterteilten wir sein Leben in verschiedene Abschnitte und befassten uns näher mit diesen. 
Jede Gruppe fasste die einzelnen Lebensabschnitte zusammen, die wir später in einem Video dargestellt haben. 

►Link zum Video

Sein Leben haben wir mit sogenannten Scribbles, kleinen Comicfiguren, die das Video animieren, dargestellt. Dabei haben wir uns nicht nur mit Lofys Leben beschäftigt und gelernt, wie wichtig Widerstand gegen Hass, Unterdrückung und Gewalt war und noch heute ist, sondern auch eine andere Form der Präsentation mithilfe neuer Medien kennengelernt.

Text: Gruppe „Widerstand in Trier“

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Propaganda zur Zeit des Nationalsozialismus

Im Projekt  Künstlerische Auseinandersetzung haben die Schüler an den zwei Tagen die Plakatkunst während der Zeit des Nationalsozialismus kennengelernt. Besonders auffällig war, dass damals die Plakate sich hauptsächlich auf wenige, ständig wiederholende Schlagwörter und prägnante Lösungen konzentrierten. Diese sollten das Volk (den Bürger?) vom scheinbar rettenden und heilversprechenden NS-Regime überzeugen.
Im Gegensatz dazu schauten wir uns auch die moderne Plakatkunst am Beispiel von Werbeplakaten an. Daraus ließ sich schließen, dass die Plakate anders aufgebaut sind. Es gibt Plakate, die gegen Negatives oder gerade für etwas Positives werben. Anschließend sollten wir Themen finden, für die wir selbst werben möchten und dies in einem Plakat umsetzen. Dabei entstanden sehr gelungene und ausdrucksstarke Plakate Auf Leinwand zu den Themen: Umwelt, Toleranz, Individualität, Meinungsfreiheit, Demokratie und besseres Leben. 
Auch dieses Jahr wieder war das Projekt eine gute und kreative Vertiefung für die Schüler an den Gedenktagen.


Text: Naomi Kohls
 

 

Gedenktage 2018

GEMEINSAM AUS ERINNERUNG LEBENDIGE ZUKUNFT GESTALTEN
Vom 24.01. bis zum 25.01. war am Humboldt-Gymnasium-Trier kein normaler Unterricht für die Jahrgangsstufe 10. An diesen zwei Tagen fanden die alljährlichen Projekttage zum Thema „Verfolgung zur Zeit des Nationalsozialismus“ statt. Die Projekttage, die normalerweise immer am „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ (27.01.) enden, fanden in einer Gedenkfeier am 25.01. ihr Ende. An dieser Gedenkfeier, ebenfalls in einem Projekt organisiert, haben die Schüler ihre Projekte und Ergebnisse vorgestellt.

BESUCH DER GEDENKSTÄTTE HINZERT UND AUFARBEITUNG
Während der Gedenktage für die Opfer des Nationalsozialismus, besuchte eine kleine Gruppe Schülerinnen und Schüler unter der Leitung von Herrn Alt die Gedenkstätte/SS-Sonderlager Hinzert. Beim Ankommen am Sonderlager wirkte dieser Ort recht normal, da nichts mehr von dem Lager zu sehen ist. Doch nach einer kurzen Weile änderte sich dieser Eindruck durch die Darstellung vom Lageralltag und den unmenschlichen Taten, die dort geschehen sind. Wir haben uns den Ehrenfriedhof, die Sühnekapelle und das Mahnmal genauer angeschaut. Im Informationszentrum haben wir uns verschiedenen Täterprofilen beschäftigt. Nach dem Besuch in Hinzert fuhren mit Informationen und Emotionen zurück und besprachen am nächsten Tag unsere Eindrücke und Erfahrungen.

Text: Berkay Tutus

STOLPERSTEINE IN TRIER - STEINE GEGEN DAS VERGESSEN
In unserem Projekt „Stolpersteine“ haben wir uns zusammen mit Frau Benner mit den unter dem NS-Regime verfolgten Opfern unserer Schule beschäftigt.
Am ersten Tag ging es auch schon direkt mit unseren Forschungen los. Als erstes überlegten wir uns, wie wir verfolgte HGT-Schüler ausfindig machen konnten, und kamen zu dem Entschluss, die Schulakten einzusehen. Nachdem wir Kopien aus dem Bestand des Schularchivs bekommen haben, stießen wir – eingeteilt in Kleingruppen - auch schon auf Schüler, die von dem NS-Regime auch hier vor Ort brutal verfolgt wurden. Anschließend setzten wir uns ausgiebig mit der Biographie der uns zugeteilten Jugendlichen auseinander und lernten mehr über ihr Leben und trauriges Schicksal kennen.
 
Am nächsten Tag stand ein Besuch des Schularchivs an. Dort bekamen wir die Möglichkeit, in sehr alten Dokumente zu stöbern und fanden auch alte Fotos und Chroniken, durch welche wir viel über unsere Schule erfuhren.
 
Im Anschluss bereiteten wir unsere Präsentationen für die Gedenkfeier vor, mit welchen wir am nächsten Tag direkt weiter machten. Jede Gruppe erstellte eine Power-Point-Präsentation für den jeweiligen HGT-Schüler, der einst ein normaler Jugendlicher zum Opfer des Unrechtsregimes wurde. Außerdem erkundigten wir uns über die Stolpersteine im Allgemeinen.
An der Gedenkfeier präsentierten wir die Schicksale der ehemaligen Schüler unseren Mitschülern und Lehrern.
Zusammengefasst haben den Schülern aus unserem Projekt die Gedenktage sehr gut gefallen, da wir durch die vielen persönlichen Bezüge viel über die NS-Zeit und ihre Opfer gelernt und viele bewegende Geschichten geteilt haben, die auf diesem Wege weiter erzählt werden und somit in Erinnerung bleiben.

Text: Laura Peters

DEN TERROR LITERARISCH BEWÄLTIGEN?
Im Projekt ,,literarisches Bewältigen" haben wir uns, unter der Leitung von Herrn Brinschwitz, mit dem Gedicht „Todesfuge“ auseinandergesetzt. Die Todesfuge wurde 1944 von Paul Celan (1920-1970) geschrieben und gehört zu den bedeutendsten Gedichten der deutschen Kriegsliteratur. Sie thematisiert, mit Hilfe lyrischer Mittel, die Judenvernichtung zur Zeit des Nationalsozialismus.
Zu Beginn des ersten Tages haben wir uns mit der Frage beschäftigt, warum wir im Jahr 2018 immer noch der Befreiung des KZ Auschwitz gedenken; einem Ereignis, das 73 Jahre zurückliegt. In diesem Zusammenhang haben wir geklärt, was das Wort „Holocaust“ bedeutet, woher es kommt und wofür das Synonym „Shoa“ steht. Nachdem wir die Antworten auf unsere Fragen gefunden hatten, haben wir die drei Aspekte des menschlichen Wesens betrachtet: Den Geist, die Seele und den Körper. Hierbei ist uns aufgefallen, dass das Gedenken alle drei Aspekte fordert. Unsere Überlegungen ließen sich mit folgendem Satz von George Santayana zusammen: „Wer sich des Vergangenen nicht erinnert, ist verurteilt, es noch einmal zu erleben.“
Später befassten wir uns mit der von Schicksalsschlägen geprägte Biografie Paul Celans. In der NS-Zeit fügten die Nationalsozialisten Paul Celan großes psychisches und physisches Leid zu, da er während seiner Inhaftierung in einem Arbeitslager schrecklichen Gräueltaten ausgesetzt war. Sein Leben lang versuchte Celan mit Hilfe von Gedichten die grauenhaften Erlebnisse zu verarbeiten, was ihm schlussendlich nicht gelang; er ertränkte sich 1970 in der Seine.
Anschließend haben wir uns eine Dokumentation über Heinrich Himmler und den Holocaust angesehen. Wir waren alle sehr betroffen. Der Film hat unsere spätere Interpretation der Todesfuge, der wir uns erst am frühen Mittag gewidmet haben, stark beeinflusst. Um einen Einstieg in den Text zu bekommen, haben wir erst mehrere Male zusammen laut gelesen und sind dann in die Feinarbeit der Artikulation und der Dynamik gegangen. Hierbei hat es uns viel Zeit und Mühe gekostet, unser Interpretation des Gedichtes zu finden. Um die Mehrstimmigkeit der Fuge zu betonen, haben wir uns in drei Gruppen aufgeteilt, die zeitversetzt begonnen haben, die Todesfuge laut zu sprechen.
Am zweiten Tag sind wir die Todesfuge noch mehrere Male durchgegangen und haben an unserer Interpretation gefeilt. Für die Gedenkfeier am Abend haben wir sie noch einmal final in der Aula geprobt, wobei sich unsere drei 6ruppen, für eine optimale Akustik, an verschiedenen Stellen der Aula positioniert haben. Am Mittag endete unsere Vorbereitung und wir kamen erst abends wieder zu einer Aufführung zusammen.
Niemand von uns hatte gedacht, dass uns die Gedenktage so berühren würden. Wir haben zusammen Momente der Trauer, der Fassungslosigkeit, der Sorge, des Zorns, aber auch der Freude erlebt.

Text: Justus Wilson

KÜNSTLERISCHE AUSEINANDERSETZUNG – DAS UNSAGBARE INS BILD BRINGEN
Anlässlich der Holocaust-Gedenktage 2018 haben wir uns im Projekt „Lebenswege – Künstlerische Auseinandersetzung“ mit den verschiedenen Opfergruppen des NS-Terrors sowie einzelnen Schicksalen beschäftigt.
Nachdem wir uns unterschiedliche Denkmäler, z.B. das Holocaust-Mahnmal in Berlin, angeschaut haben, haben wir uns überlegt, was für uns zu einem „normalen“ Lebensweg gehört: Stationen wie Geburt, Einschulung, Schulabschluss, Hochzeit und letztendlich auch der Tod, aber vor allem auch Hobbys und Leidenschaften, die Familie und Emotionen.
Wir haben uns Opfergruppen, z.B. politisch Verfolgte, Homosexuelle, „Asoziale“, Kinder oder auch KZ-Insassen im Allgemeinen, oder verfolgte und ermordete Einzelpersonen, z.B. den Kommunisten Johann Schirra, ausgesucht. Unter der Frage, wie wir das Schicksal der Personen oder der Opfergruppen so künstlerisch darstellen können, dass das Werk den Betrachter zum Nachdenken anregt, sind sehr verschiedene Malereien und Plastiken entstanden, die wir in der Gedenkfeier unseren Mitschülern präsentiert haben.
Durch das Auseinandersetzen mit Einzelschicksalen wurde das Leid der Verfolgten viel deutlicher als im Geschichtsunterricht, da man dort wenig über die Identität der Opfer erfährt, sondern sich eher mit Fakten beschäftigt.

Text: Marie Thielen

SINN UND FORMEN DES GEDENKENS?
Das letzte Projekt war das Organisationsprojekt. Wir haben uns vor allem mit der Frage: „Wie kann man eine würdige Gedenkfeier gestalten?“ beschäftigt. Wir haben eine Rede vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog und Zitate von Opfern der Konzentrationslager gelesen, uns Bilder aus Konzentrationslagern und einen Kurzfilm zum Holocaust gesehen. Mit diesen Grundlagen haben wir die Gedenkfeier vorbereitet. Wir haben uns ein Motto ausgedacht, eine Begrüßungsrede geschrieben und uns eine Gestaltung für die Aula überlegt. Außerdem haben wir uns überlegt, wie die Gedenkfeier besonders werden kann. Dabei sind wir auf die Idee gekommen, ein paar der anderen Schüler auszuschließen und an schlechtere Plätze zu setzen.
Weil wir im Gegensatz zu den anderen Projekten, eine sehr kleine Gruppe waren, konnte man gut über Ideen diskutieren und auch andere Meinungen hören.

Text: Max van Wersch/Florian Fürstenberger 

Gedenktage 2017

W i r   h a b e n   k e i n e   S c h u l d ,   a b e r   e i n e   V e r a n t w o r t u n g .

Projekttage der 10. Klassen zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

In diesem Jahr hatten die Schüler die Möglichkeit, sich künstlerisch oder literarisch mit dem Thema auseinanderzusetzen, außerdem konnten sie in einem Projekt die Gedenkstätte KZ Hinzert besuchen, ein Projekt befasste sich mit den Stätten des NS-Terrors und in einem anderen wurden die Biografien der Täter und Opfer aus Trier genauer untersucht.
 
Ein weiteres Projekt übernahm die Organisation der Gedenkfeier, die die Projekttage seit ihrer ersten Auflage abschließt. Dieses Projekt stand unter der Leitung von Herrn Jakobs, der seit den ersten Gedenktagen an für diese sowie für dieses Projekt verantwortlich ist. Das Besondere aber war, dass er uns Schülern zwar Anregungen und Denkanstöße, aber auch sehr viel Freiraum bei der Planung gab. Die Planung war nicht das Einzige, womit wir uns beschäftigten, zuerst gingen wir der Frage nach, warum wir, eine Generation, die mit den Gräueltaten des NS zum Glück nichts am Hut hat, überhaupt noch gedenken müssen. Die Antwort auf diese Frage, die wir auch an den kontroversen Reden Roman Herzogs sowie Björn Höckes zu diesem Thema erarbeiteten, wurde auch gleichzeitig das Motto der Veranstaltung (siehe oben). Aus Interesse führten wir auch eine kleine Befragung in der Trierer Innenstadt durch, die ein ernüchterndes Ergebnis brachte: keiner der Befragten wusste, was es mit dem 27. Januar auf sich hatte. Noch viel schockierender waren allerdings die Aussagen eines Passanten, der sich abfällig über behinderte Menschen äußerte. Unsere Überlegungen und auch unsere Erfahrungen dienten uns anschließend als Grundlage für die Konzipierung der Gedenkfeier. Die anderen Gruppen präsentierten ihre Ergebnisse, aber auch wir teilten unsere Erfahrungen mit der restlichen Stufe. Wir hatten uns entschlossen, unsere Mitschüler in sechs Gruppen einzuteilen, die stellvertretend für die diversen Opfer(gruppen) des NS-Terrors standen. Dabei achteten wir darauf, Freunde und Cliquen so gut es ging auseinanderzusetzen, damit der NS-Terror greifbarer wurde. Angeordnet wurden die sechs Gruppen so, dass sich jede Gruppe an einer Spitze eines Davidsterns befand, den wir zuvor mit Klebeband auf den „gezeichnet“ hatten. Das Ganze trieben wir auf die Spitze, indem drei von uns den Moderator während der Veranstaltung „verhafteten“, wie es einst die Gestapo mit zahlreichen „unerwünschten“ Menschen getan hatte. Bei der Veranstaltung war unsere Stufe stiller, als wir es erwartetet hatten, was uns zu dem Schluss führt, dass die Feier sehr gut gelungen und das Thema gut vermittelt worden ist. Begleitet wurde die Veranstaltung von Musik aus dem hebräischen Kulturkreis, die Schüler und Lehrer zwischen den einzelnen Präsentationen darboten.
 
Text: Bálint Niehl (10d)
 
Gedenkstätte Hinzert
 Anlässlich des Gedenktages an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz befasste wir, die Jahrgangsstufe 10 des Humboldt-Gymnasiums-Trier, uns mit diesem Abschnitt der Geschichte und gedachten den Opfern des Nationalsozialismus.
Eine kleine Gruppe von Schülerinnen und Schülern besuchte unter der Leitung von Herrn Brüning und Herrn Scholz die Gedenkstätte „SS-Sonderlager/ KZ-Hinzert“, um einen Einblick in die damaligen Ausmaße des Nationalsozialismus in unserer Region zu erhalten. Nach dem Eintreffen in der Gedenkstätte wirkte der Ort eigentlich relativ normal entgegen unseren Vorstellungen, da von dem damaligen SS-Sonderlager keine Überreste mehr erkennbar waren Doch nach einer kurzen Einführung über den Lageralltag und die unmenschliche Behandlung von Häftlingen änderte sich die Atmosphäre schlagartig und ließ uns das gesamte Gelände aus einer anderen Sichtweise erblicken. Trotz der Informationen über Opfer, denen wir gedachten und trotz der verschiedenen Quellen von Überlebenden viel es uns nach etwas mehr als 70 Jahren schwer uns in die Opfer hineinzuversetzen.
 
Ebenso wie Opferschicksale behandelten wir an diesem Ausflug auch die Täterprofile und die Bekanntheit des Lagers zu der damaligen Zeit. Später legte unsere Gruppe ein größeres Augenmerk auf das heutige Gelände und versuchte die besondere Bauweise der Gedenkstätte zu verstehen. Überwältigt von Informationen und Emotionen fuhren wir zurück zur Schule und besprachen am Folgetag unsere gewonnen Eindrücke.
Insgesamt wurde uns in der Gedenkstätte gezeigt, dass auch 72 Jahre nach Räumung des Lagers bei uns noch Spuren des Nationalsozialismus zu finden sind. Institutionen wie die Gedenkstätte SS-Sonderlager/ KZ-Hinzert helfen unsere Region aus einem anderen, weiteren Blickwinkel zu sehen und halten so ein Stück auch meiner Geschichte lebendig.

Text: Johannes Tölle (10b)
 
Projektbericht über „Literarische Bewältigung“
In dem Projekt „Literarische Bewältigung“ mit Herr Brinschwitz sind wir, acht Schüler aus den verschiedenen Klassen der zehnten Stufe, näher auf das Thema „Das Unsagbare in Worte fassen“ eingegangen. 
In unser Projektthema sind wir mit aktuellen Themen eingestiegen, haben eine Dokumentation angeschaut und sind schließlich auf eine wichtige Frage gekommen:
Wie will man über etwas schreiben oder von etwas erzählen, wofür es keine Worte gibt?
Worte, die mit ihrer Bedeutung an das reichen können, was zu jener Zeit passiert ist, gibt es nicht und wird es wohl nie geben. Trotzdem gibt es Personen, die schreiben. Personen, die versuchen in Worte zu fassen. Personen, wie Paul Celan.
Der am 23.November 1920 geborene Lyriker versuchte in Werken wie „Die Todesfuge“, seine Vergangenheit zu verarbeiten. Liest man das Gedicht, könnte man auch meinen, der Lyriker habe einen Weg gefunden, jedoch scheint dies nicht der Wahrheit zu entsprechen. Am 20.April 1970 beging er Suizid.
Mit dem Ziel, der zehnten Stufe „die Todesfuge“ möglichst angemessen vorzustellen, befassten wir uns also mit den Fragen, wann wir z.B. was betonen oder welchen Ausdruck wir wo übermitteln wollen. Wir hoffen, dass uns mit dem Vortrag des Endergebnisses gelungen ist, auch die weniger literarisch Interessierten zu fesseln und zum Denken anzuregen. Ich, und da werde ich auch im Namen aller Schüler, die an dem Projekt teilgenommen haben, sprechen können, bedanke mich dafür, die Möglichkeit gehabt zu haben, diese Erfahrungen zu machen und Neues aus dem Bereich zu lernen.

Text: Katrin Schartz (10a)
 
Täter und Opfer
In unserem Projekt „Täter und Opfer“, geleitet von Frau Weidenbach beschäftigten wir uns mit verschiedenen Personen der NS –Zeit und fassten deren Biographie sowie Sichtweise und Ausübung zur NS zusammen.
Dazu verteilten wir uns in Gruppen und jede Gruppe suchte sich einen Täter oder ein Opfer der NS-Zeit aus.
Nachdem wir den ersten Tag damit verbrachten, dass wir uns über die jeweiligen Personen informierten und auch zusammen besprachen, verbrachten wir den zweiten Tag damit zu überlegen, wie wir unser Projekt am Besten vermitteln könnten und entschieden uns zusammen für eine mündliche Präsentation, während wir die wichtigsten Wörter oder Zitate auf einem Plakat hochhielten.
 
Die daraufhin vorgeführte Präsentation und auch die der anderen Gruppen war sehr informativ und ich bin sicher, dass viele an diesen zwei Tagen viel über die NS –Zeit lernen konnten.
 
Unsere Gruppenarbeit hat mir persönlich viel Spaß gemacht" da wir nicht nur in unserer kleineren Gruppe arbeiteten, sondern nachdem wir uns alle etwas informiert hatten, immer wieder über „unsere“ Personen austauschten. Auch dass wir alle unsere Meinung/Vorstellung zur Präsentation und generell zu allen Dingen offen sagen konnten, gefiel mir und sicher auch allen anderen sehr gut. Wir alle wurden in dieses Projekt mit einbezogen und am Ende kam ein gutes Ergebnis heraus.
 
Text: Gillian Lorenz (10b)