Der Besuch der Synagoge mit der 6er Ethikgruppe von Frau Schwickerath

Religion/Ethik

Am 18.12. waren wir, die Ethikgruppe der 6. Klassen unter der Leitung von Frau Schwickerath, in der Synagoge. Dabei wurden wir von Herrn Szemere herumgeführt. Das Interessante daran ist, dass Herr Szemere selbst gar kein Jude ist. Er ist Protestant, welcher sich intensiv mit anderen Religionen beschäftigt. 

Die Führung machte den Eindruck einer sehr offenen, aufgeschlossenen jüdischen Gemeinde, welche andere Religionen ebenfalls akzeptiert. Dies bestätigte sich schon beim Eintreten in das Gebäude, das neben dem Davidstern über dem Eingang einen Schriftzug trägt, der alle Völker willkommen heißt.

Im Inneren präsentierte uns Herr Szemere sehr viele interessante Räume und bedeutungsvolle Gegenstände. Unter anderem zeigte er uns die Mesusen, kleine Röhrchen, welche an den Rahmen von Türen befestigt sind und das wichtigste Gebet des Judentums beinhalten. Des Weiteren zeigte er uns die Küche des Hauses, welche wir aber nicht betreten durften, da alles im Inneren rein (d.h. im Jüdischen „koscher“) gehalten werden muss. So sollen im Judentum stets fleischige und milchige Speisen voneinander getrennt werden. Durch die offene Tür konnten wir die getrennten Schränke für die Kochtöpfe, das Geschirr und das Besteck von fleischigen und milchigen Speisen erkennen. Herr Szemere sagte uns auch. dass das Besteck für etwa 100 Personen reicht und diese im Gemeinderaum bei Festen zusammenkommen. Außerdem erzählte er, dass die jüdischen Kinder und Jugendlichen hier auch Religionsunterricht bekommen.

Im Anschluss betraten wir den Gebetsraum. Das erste, was auffiel, war, dass auf dem Podest am Ende des Raumes ein hübsch verzierter Schrank stand. „Dies ist der Schrein, der unsere heilige Schrift, die Thora, und den Jad, einen wertvollen Stab zum Lesen der Thora, beinhaltet. Die Thorarollen waren in wunderbar sorgfältiger Kaligraphie geschrieben. Des Weiteren erfuhren wir, dass jeder Buchstabe von Hand geschrieben wurde, dass nur echte Profis die Ehre haben, eine solche Rolle anzufertigen und dass etwa ein Jahr benötigt wird, um eine ganze Thora zu schreiben.

Bevor wir zum Eingang zurückgingen, zeigte er uns noch eine Menora, einen siebenarmigen Leuchter, der auf die Geschichte der Juden zurückgeht. Im Eingangsbereich hängt neuerdings ein Monitor, der die Bilder einer Überwachungskamera zeigt. Herr Szemere meinte, dies sei eine Sicherheitsmaßnahme, da es öfters Anschläge auf jüdische Gotteshäuser gibt. Dies finde ich sehr schade, denn die Gemeinde zeigte sich uns mit der Führung als aufgeschlossen und tolerant und so sollte auch jeder die jüdische Gemeinde behandeln.


Text: Helene Schlößer, Klasse 6d

Bilder: C.Schwickerath
 

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