„Um angemessene Kleidung wird gebeten“

"Goethe goes Jute"
Austausch & Exkursionen, Europa, Deutsch

Im Zuge des Wandertages am Mittwoch, dem 28.08.2019, haben wir, die 10c, mit unserer Klassenlehrerin Frau Michels sowie Herrn Jakobs eine Führung zu der Sonderausstellung des Simeonstiftmuseums „Um angemessene Kleidung wird gebeten – Mode für besondere Anlässe von 1770 bis heute“ genießen als auch einen daran anschließenden Workshop besuchen dürfen.

Die Sonderausstellung beinhaltete verschiedenste Kleidungsstücke diverser Anlässe aus 250 Jahren Modegeschichte: von Tauf- und Hochzeitskleidern, Ball- und Trauergewändern, Accessoires wie Hauben, Fächern und Schuhen ist alles zu bewundern und bestaunen gewesen.
Dennoch haben wir viel mehr erfahren und gelernt, als dass schon kleine Mädchen in der Hoffnung später eine Wespentaille zu erlangen mit unsagbar engen Korsetts torquiert wurden, sondern viel eher, dass Mode ein Spiegel der Gesellschaft ist und Klischees, d.h. das Abstempeln von etw. als etw., schon immer existierten, jedoch nicht zwangsläufig in derselben Form wie heute. So war Rosa als „kleine Schwester“ des teuren Purpurs Jungen vorbehalten, während die Mädchen mit Hellblau vorliebnehmen mussten.
Die Ausstellung endet mit Kleidern aus der heutigen Zeit, die so beispielsweise von dem Model Toni Garrn auf dem roten Teppich oder vom trierischen Musiker Guildo Horn auf der Bühne des Eurovision Song Contests 1999, getragen wurden sowie Haute Couture Stücke von den Modedesignstudenten der Hochschule Trier. Außerdem war dort ein Foto eines bekannten transidentitären Serienschauspielers, der zu einer Preisverleihung ein Kleid trug, das obenherum wie Hemd, Krawatte und Jackett aussah und gut zu den Schlussworten unseres Führungsguides passte: Jeder kann tragen, was er* oder sie* möchte. Auch wenn einige und meist Menschen älterer Generationen das nicht so sehen, denn Konventionen sind gerade im Wandel und wenn wir die älteste Generation sind, sieht alles – auch und vielleicht gerade Mode! – (hoffentlich) nachhaltiger und toleranter aus.

An die lehrreiche und ausgesprochen interessante Führung anschließend, hatten wir die Möglichkeit uns selbst kreativ auszutoben, indem wir mehrfach verwendbare Baumwolltaschen bemalen, bedrucken und beschriften konnten. Hierbei sind nicht nur herausragend stilsichere Kreationen entstanden, die man eigentlich schon im Rahmen einer separaten Sonderausstellung präsentieren könnte, allem voran haben wir auch noch ungemein viel Spaß gehabt, sodass fast schon kleine Streitereien um Farbe und Stifte entstanden sind, weil jeder Einzelne von uns so viele Ideen hatte – sich zu entscheiden, welche genau letztlich umgesetzt werden soll, führte schon zu Problemen –, die dann von jedem nicht schnell genug realisiert werden konnten.

Uns allen wird dieser Wandertag sehr gut in Erinnerung bleiben, was nicht einzig auf die Jutebeutel, die wir behalten durften, zurückzuführen ist, sondern insbesondere auf den schönen Tag, der uns auch gerade mit seiner eigentlichen Botschaft weiterhalf und -brachte, schließlich ist das eigene optische Auftreten und die Wirkung dessen auf andere, etwas über das sich – vielleicht auch gerade während der Jugend – viel zu viele Gedanken gemacht wird.

Text: Diana Podoynitsyn, 10c

Fotos: Sarah D. Michels

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