Verdun-Exkursion 2019

Austausch & Exkursionen, Europa, Gesellschaftswissenschaften

„Die Hölle von Verdun“

Exkursion der Geschichtskurse MSS 12 zur Gedenkstätte Verdun im Mai 2019

54 Schülerinnen und Schüler aus fünf Geschichtskursen besuchten in Begleitung ihrer Geschichtslehrer Herrn Alt, Frau Benner, Frau Bock und Frau Filc den Erinnerungsort Verdun. Auf den einstigen Kampffeldern wird den zahlreichen Opfern einer der brutalsten Schlachten des Ersten Weltkriegs – der sogenannten „Hölle von Verdun“ (21.02 bis 16.12.1916) – gedacht. 

Mit der Besichtigung des französischen Soldatenfriedhofs und des Beinhauses von Douaumont wurden uns die unvorstellbaren Ausmaße des Krieges vor Augen geführt: 15.800 namentlich bekannte Opfer sowie die Gebeine von weiteren 130.000 unbekannten französischen und deutschen Gefallenen liegen hier bestattet. 

Was die Soldaten in der Schlacht erleiden mussten, ist nachdrücklich in dem 2016 wiedereröffneten Mémorial de Verdun dargestellt. Medienstationen, Exponate und Dokumente vermitteln Einsichten in den Frontalltag, die Kämpfe, die Versorgung der Verwundeten und in die großen Entbehrungen und Ängste der Soldaten.

Eine Vorstellung von den Kriegsgrauen erhielten wir im Fort de Douaumont, einer der größten, von den Franzosen ab 1885 für 800 Soldaten erbauten Festung. Schon vier Tage nach Schlachtbeginn von den Deutschen eingenommen, waren in der Anlage zeitweise bis zu 4.000 Mann unter Dauerbeschuss und schlechtesten hygienischen Verhältnissen untergebracht. Es mangelte an allem: an Lebensmitteln, Wasser, Sauerstoff, ausreichender medizinischer Versorgung. 

Dass der Krieg auch vor der Zivilbevölkerung nicht Halt machte, konnten wir in dem zerstörten Dorf Fleury erfahren. Aufgrund seiner strategischen Bedeutung wurde der Ort monatelang so hart umkämpft, dass er nicht nur völlig zerstört wurde, sondern auch nach dem Krieg wegen der verheerenden Verwüstungen sowie der Munitions- und Giftgasrestenicht mehr bewohnbar war. Fleury ist eines von neun zerstörten Dörfern um Verdun und zählt zu den „communes mortes pour la France.“

Dass die Exkursion für uns alle sehr eindrucksvoll war, haben wir auch Herrn Köppl vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. zu verdanken, der uns den ganzen Tag begleitete und in überaus kenntnisreichen, höchst interessanten Kurzvorträgen über die Schlacht von Verdun, die verschiedenen Erinnerungsorte und die Gedenkkultur bis in die Gegenwart informierte.

Text: Dr. S. Benner
Fotos: Dr. S. Benner, C. Filc, S. Bock 

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