Allgemeines & Gedenkfeier
Anlässlich des seit 1996 offiziellen Gedenktages gestalteten die Schüler*innen der Jahrgangsstufe 11 am Mittwochabend, 28.01.2026, eine Gedenkfeier, um an alle Opfergruppen des Nationalsozialismus zu erinnern.
Um diese inhaltlich vorzubereiten, arbeiteten die Schüler*innen am 27. und 28. Januar im Rahmen von zweitägigen Projekttagen in sieben thematisch verschiedenen Gruppen. Wahlweise aus einem künstlerischen (Projekt „Auseinandersetzung mit Flucht“, Frau Rohde), literarisch-szenischen („Dem Unsagbaren eine Stimme verleihen“, Frau Hering), biographischen („Das Leben von Oskar Schindler“, Frau Wingender) oder historischen Blickwinkel („Gedenkstätte Hinzert“, Frau Jacobs und Frau Winter; „Sinti und Roma“, Herr Jakobs, und „Warum heute noch gedenken?“, Frau Weidenbach) beschäftigten sich die Projektmitglieder mit der Thematik des Völkermords in der Zeit des Nationalsozialismus und dessen Bedeutung für die Gegenwart.
Unter dem Leitgedanken „DenkMal – Geschichte ist das Fundament für die Gegenwart“ wurde die Gedenkfeier von der Jahrgangsstufe organisiert. Musikalisch gestaltet wurde die Feier durch den GK 11 Musik unter der Leitung von Frau Form, der in den beiden Projekttagen vier Musikstücke erarbeitet hat.
Nina Weidenbach
Am 28.01.26 um 18 Uhr begann unsere Gedenkfeier zu Ehren der Opfer des Nationalsozialismus. Die Reihen in der Aula waren gefüllt mit Schülerinnen und Schülern aus der Jahrgangsstufe 11, Lehrerkräften und Eltern.
Bei gedämmtem Licht und musikalischer Begleitung zeigten wir Bilder aus der Zeit der Judenverfolgung sowie aktuelle antisemitische Zitate. Um auf den Leitgedanken der Feier einzustimmen, projizierten wir ein Zitat von Elie Wiesel: „Wer sich dazu herablässt, die Erinnerung an die Opfer zu verdunkeln, der tötet sie ein zweites Mal.“ Unsere Gedenkfeier fand unter dem Leitgedanken „DenkMal! Geschichte ist das Fundament für die Gegenwart“ statt, um zu verdeutlichen, dass wir es für wichtig halten, auch heute noch den Opfern zu gedenken und aus unserer Geschichte zu lernen, anstatt sie zu verschweigen.
Damit hat sich auch die erste Gruppe beschäftigt, die an einem der vergangenen Tage eine Exkursion zur Gedenkstätte Hinzert gemacht hatte und uns Einblicke und Gedanken über das damalige Leben der Häftlinge vorstellte. Wie sah ein Tag in diesem KZ aus? Wie erging es den Insassen? Wie sieht es dort heute aus? All das sind die Fragen, die uns als Zuschauer mitgenommen haben.
Das anschließende Lied „Donna Donna“, welches von unserem Musik GK vorgesungen wurde, diente als Untermalung des bedrückenden Gefühls, welches nun in der Aula herrschte.
Wir bekamen Einblicke in die Verfolgung der Sinti und Roma und deren Kampf um Anerkennung ihres Opferstatus‘ in der Zeit nach dem Nationalsozialismus. Eine weitere Projektgruppe bewegte mit einer literarisch-szenischen Lesung von Paul Celans Gedicht „Todesfuge“ die gesamte Aula. Zudem wurden Texte und eindrückliche Standbilder zu dem Leben Oskar Schindlers und sehr gelungene Gemälde und Skulpturen zu dem Thema Flucht präsentiert. Auf diese Weise haben die Schülerinnen und Schüler ihre Gedanken zu den damaligen und heute herrschenden Problemen ausgedrückt.
Abschließend griffen die Moderatorinnen den Leitgedanken der Feier mit den folgenden Aufforderungen erneut auf: „Würden alle, die in diesem Raum einen Migrationshintergrund haben, bitte aufstehen?“, eine weitere: „Würden nun alle, die in diesem Raum ein Teil der LGBTQ+ Community sind, bitte aufstehen?“, und eine letzte Frage: „Würden jetzt bitte alle, die sich schonmal öffentlich gegen Extremismus in jeglicher Form ausgesprochen haben. bitte aufstehen?“ Bis auf wenige einzelne Personen stand nun die gesamte Aula.
Mit diesen drei Fragen wollten wir einen Appell an das Publikum formulieren. Mensch ist Mensch und kein Mensch ist falsch, egal welche Herkunft, Hautfarbe oder Religion! Jede und jeder kann seine Stimme dafür nutzen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt, und das ist die Botschaft, die wir mit der heutigen Veranstaltung an das Publikum weitergeben wollten. DenkMal!
Mit einer anschließenden Schweigeminute erinnerten wir an die Opfer des Nationalsozialismus. Die abschließenden Worte unseres Schulleiters Herr Stiller bewegten das Publikum sehr. Er verdeutlichte das Ausmaß der Ermordung und richtete eindringliche Worte an das Publikum, die dazu motivieren sollen, die eigene Stimme stets für das Richtige einzusetzen und aus unserer Geschichte zu lernen.
Anne Kausch, MSS 11
Projekt I: Die Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert
Am 27.01.2026 sind wir im Rahmen der Gedenktage mit der Projektgruppe „Gedenkstätte Hinzert“, in Begleitung von Frau Winter und Frau Jacobs, in das ehemalige SS-Sonderlager/KZ Hinzert gefahren.
Nach einer halbstündigen Fahrt in den Hunsrück erwartete uns ein irritierender Anblick der abstrakten Gebäude, die neben einem Friedhof, einer Kapelle und einigen Denkmälern die einzigen Gebäude auf dem Gelände darstellen. Vor Ort konnte man sich die Ausmaße des SS-Sonderlagers nur schwer vorstellen, da keine offensichtlichen Spuren zu erkennen sind.
Dass dort mal ein KZ gestanden hat, ist für uns bei der Ankunft kaum vorstellbar gewesen, wurde jedoch immer deutlicher, als wir uns in die Gebäude begaben und dort mit Hilfe von Bildern, Texten, Filmaufnahmen und Gegenständen aus der Zeit einen Einblick in den schrecklichen und unmenschlichen Alltag bekamen.
Für detailliertere Informationen über die Täter, die Opfer, den Alltag im Lager, verschiedene Stätten der Unmenschlichkeit, die Besonderheit an dem KZ und die Architektur der Gedenkstätte nahmen wir anschließend an einem durch einen Geschichtsstudenten geführten Vortrag im Seminarraum teil.
In diesem wurde noch einmal an mehreren Beispielen die absolute Brutalität und Willkür der Wachen in dem SS-Sonderlager geschildert, obwohl es sich bei diesem „nur“ um ein Arbeitslager handelte, sodass sich die Ausmaße an Grausamkeiten in den tatsächlichen Vernichtungslagern nur erahnen lassen. Doch auch wenn die Häftlinge offiziell dort zum Arbeiten gefangen gehalten wurden, gab es zahlreiche Folterungen, Morde durch Misshandlung und gezielte Tötungen, wie beispielsweise die Ermordung sowjetischer Kriegsgefangener mit Zyankali, der Erschießung luxemburgischer Bürger, die gegen die Wehrpflicht protestiert hatten, und der Hinrichtung luxemburgischer Widerstandskämpfer ein Jahr später.
Allgemein waren in Hinzert hauptsächlich politische Gefangene, insbesondere aus Luxemburg, interniert, wobei es auch einige Ausnahmen gab. Insgesamt diente das Lager aufgrund seiner brutalen Misshandlungen zur Abschreckung anderer politischer Gegner des NS-Regime.
In dem Vortrag erfuhren wir ebenso, dass einige Häftlinge, die in mehreren KZs inhaftiert wurden, sogar davon berichteten, dass sie es in Hinzert teilweise als noch schlimmer als in größeren Lagern wie Buchenwald empfanden, da sich die Häftlinge aufgrund der kleinen Größe des Lagers nicht vor den SS-Soldaten verstecken konnten und somit stets der willkürlichen Gewalt und Beobachtung ausgesetzt waren.
Insgesamt fanden wir den Ausflug definitiv sinnvoll und interessant, da man sich durch die Besichtigung des Tatortes und die Vermittlung der Verbrechen durch verschiedenste Medien die grausamen Taten der Nationalsozialisten viel direkter und anschaulicher vorstellen kann und einem bewusst wird, wie wichtig es ist, sich aktiv dafür einzusetzen, dass sich diese unmenschlichen Verbrechen nie wiederholen und wir alle Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, Religion, Hautfarbe gleich behandeln.
Daniel Chukalin, MSS 11
Projekt III: Dem Unsagbaren eine Stimme verleihen
„Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends
wir trinken sie mittags und morgens, wir trinken sie nachts,
wir trinken und trinken“ (Paul Celan, Todesfuge, 1944/52)
Die Zeit während des Holocausts ist einer der dunkelsten Abschnitte in unserer Geschichte. Es war eine Zeit, die mit grausamen Handlungen, Unmenschlichkeit, Tod und Leid verbunden war. Ein Abschnitt, der keineswegs in Vergessenheit geraten sollte.
Dennoch rücken die Ereignisse immer weiter zurück und niemand, der diese Zeit nicht miterlebt
hat, ist in der Lage, sich dieses Grauen zur Zeit des Nationalsozialismus vorzustellen.
Aus diesem Anlass haben wir uns während der Gedenktage in verschiedenen Projekten zusammengefunden und uns mit diesem stark belastenden Thema, sowohl emotional als auch psychisch, auseinandergesetzt.
Im Projekt „Literarisch-szenische Bewältigung“ wurde uns dieses sensible Thema durch die Todesfuge, ein Gedicht über die Vernichtung der Juden von Paul Celan (1920-1970), näher gebracht. Celan war ein deutschsprachiger Lyriker der Nachkriegszeit. Er glaubte an die Möglichkeit, mit
Gedichten solch ein Schicksal zu verarbeiten, und brachte den unfassbaren Schrecken der vergangenen Zeit auf das Papier.
In der Todesfuge beschreibt Paul Celan das Leben als KZ-Gefangener bildgewaltig und verarbeitet damit sein Trauma. Er selbst wurde deportiert, seine Mutter wurde ermordet, sein Vater starb an Entkräftung. Celan selbst starb später durch Suizid in Paris.
Besonders die Formulierung „Schwarze Milch“ greift das Grauen in den Lagern auf, denn sie ist mehr als nur eine Metapher. Dieser Ausdruck beschreibt das Leben als Gefangene(r) in einem Konzentrationslager. Die Verbrennungsöfen brannten dauerhaft, rußten. Alles war von menschlicher Asche beschmutzt. Es ist erschreckend, dass der tägliche Kontakt mit menschlicher Asche gängiger war als der Kontakt mit Mitmenschen.
Um einen genaueren Einblick in die Thematik zu bekommen, starteten wir unseren ersten Tag mit einer Dokumentation über Heinrich Himmler. Er war Leiter der SS und stark mit verantwortlich für den Holocaust, speziell für die Errichtung und Verwaltung der Konzentrationslager. Besonders erschreckend war, dass solche Führungskräfte wie er trotz des grausamen Handelns teils „normale, menschliche“ Charakterzüge aufwiesen, wenn man ihnen damals als Person näherstand. Bildlich zu sehen, welches Leid die Opfer in den Konzentrations- und Vernichtungslagern, wie in Auschwitz, ertragen mussten, gab uns eine bewusstere Vorstellung, welches unvorstellbare Ausmaß der Holocaust eigentlich angenommen hatte.
Während der Dokumentation ist uns noch einmal bewusst geworden, wie abstrakt und widersprüchlich das Handeln der Verantwortlichen zu dieser Zeit war. Wir hinterfragten viele Dinge, eine genaue Antwort auf unser „Warum?“ konnten wir jedoch natürlich nicht bekommen.
Deshalb setzen wir unseren Fokus auf etwas noch Wichtigeres, auf das Heute: Was können wir aus der Geschichte lernen? Was ist uns wichtig, was wir unseren Mitmenschen vermitteln wollen?
Wir beschäftigten uns intensiv mit der Todesfuge. Wir probierten in Kleingruppen verschiedene Betonungen, Vortragsarten und Rhythmen, um eine passende Atmosphäre zu kreieren und Celans Worten und ihrer wichtigen Bedeutung gerecht zu werden. Um den antithetischen Aufbau deutlich zu machen, nahmen wir verschiedene Rollen ein, jede mit einer persönlichen Intention. Unser Ziel war es, den Zuhörern das erdrückende und auch unheimliche Gefühl, das während des Lesens des Gedichts entsteht, weiterzugeben. Besonders ins Auge sprang uns dabei der Vers „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ (Celan, Todesfuge, 1944/52).
Ein harter Ausdruck in der deutschen Literatur. Celan drückt damit den massiven, organisierten Mord während der Zeit des Nationalsozialimus‘ aus und beschreibt dabei Deutschland als „Meister“ des Herkunftsorts für den Massenmord und folglich als Täter.
Wir verteilten während der Gedenkfeier kleine Nachrichten an die Zuhörer, die die obige genannte Metapher der „schwarze(n) Milch“ abbildeten. Sie dienten als Mitgabe, die über unsere Szene hinaus die Zuschauer begleiteten und Bedeutung trugen.
Abschließend bleibt die Hoffnung, dass dieses Projekt nicht folgenlos verhallt, sondern als nachhaltiger Impuls wirksam geworden ist.
Greta Keller und Alexa Graff, MSS 11
Projekt IV: Schindlers Liste
Im Rahmen der Gedenktage haben wir uns intensiv mit der historischen Persönlichkeit Oskar Schindler beschäftigt, insbesondere mit seiner persönlichen und moralischen Entwicklung während der Zeit des Nationalsozialismus.
Zu Beginn setzten wir uns mit seiner Biografie auseinander und arbeiteten die wichtigsten Stationen seines Lebens heraus. Dabei wurde deutlich, dass sich Oskar Schindler von einem zunächst geldorientierten Geschäftsmann zu einem selbstlosen Menschen entwickelte, der Verantwortung übernahm und über 1.200 jüdische Männer und Frauen vor dem Tod rettete.
Im Anschluss sahen wir den Film „Schindlers Liste“, der uns Schindlers Handeln sowie die Grausamkeit des Holocaust eindrücklich vor Augen führte. Aufbauend darauf erarbeiteten wir für die Gedenkfeier mehrere Standbilder, die zentrale Aspekte seines Lebens darstellten. Im Mittelpunkt standen dabei Schindler als Geschäftsmann, sein moralisches Umdenken sowie die Rettung vieler Menschenleben.
Oskar Schindler wurde für uns zu einem wichtigen Beispiel für Zivilcourage. Das Projekt hat uns gezeigt, dass Menschen sich verändern können und dass selbst einzelne Entscheidungen und Taten einen bedeutenden Unterschied machen können. Jeder Einsatz für Menschlichkeit ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Leonie Reis, MSS 11
Projektgruppe V: Sinti und Roma
Während den NS-Gedenktagen am 27. und 28. Januar 2026 hat sich unsere Gruppe unter der Leitung von Herrn Jakobs mit dem Thema „Sinti und Roma -Die lang vergessenen Opfer des NS-Terrors und Völkermords" beschäftigt.
Am ersten Tag haben wir viel über Klischees, Vorurteile und den veralteten Begriff „Zigeuner" als rassistische und diskriminierende Fremdbezeichnung im Kontrast zu den heute gebräuchlichen Begriffen „Sinti und Roma" gesprochen. Sie bezeichnen die ethnischen Minderheiten, die seit dem Mittelalter in Europa ansässig sind und ihren Ursprung in Indien haben.
Eines der verbreitetsten Klischees ist das Bild der Sinti und Roma als „fahrendes Volk" ohne festen Wohnsitz, in Zelten und Wohnwägen lebend. Nachdem sie 1498 als vogelfrei erklärt wurden, gab es im Kaiserreich und in der Weimarer Republik die sogenannten Sonderrechte, die unter anderem Einreise- und Niederlassungsverbote für Sinti und Roma beinhalteten. Diese führten dazu, dass sie keine Möglichkeit hatten, sesshaft zu werden.
Während der NS-Zeit wurden Sinti und Roma verfolgt, zu Arbeit in Konzentrations- und Arbeitslagern gezwungen, entrechtet und ermordet. Die Zahl der Ermordeten wird auf 500.000 geschätzt.
Auch nach Ende des Krieges waren Sinti und Roma nicht mit der restlichen Bevölkerung gleichgestellt. Benachteiligung und Diskriminierung im System waren immer noch Teil ihres Alltags und auch die Anerkennung des Holocausts an Sinti und Roma fand erst 1982 statt.
Christian Pfeil, ein aus Trier stammender Sinto, berichtet, dass es bis 1990 immer noch Terroranschläge auf ihn und seine Familie gab und sie sich noch heute aufgrund von Drohungen nicht sicher fühlen.
Die Projekttage haben uns einen tiefen Einblick in das Thema gegeben und wir hoffen, dass wir auf die vergessenen Opfer aufmerksam machen konnten.
Fina Keller, MSS 11
Projekt VI: Heute noch gedenken?
Im Rahmen der Projekttage nahm ich an dem Projekt „Heute noch gedenken?“ von Frau Weidenbach teil. Ziel des Projekts war es, sich mit der Frage, ob und wie wir heute noch an die Opfer der Nationalsozialisten gedenken sollten, auseinanderzusetzen und die Gedenkfeier organisatorisch vorzubereiten. Anlass für die Projekttage war der 30. Jahrestag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.
Dienstags beschäftigten wir uns mit verschiedenen Texten, Zitaten oder antisemitischen Ausschnitten aus Rapsongs von Kollegah oder Farid Bang. Wir analysierten diese, besprachen ihre Bedeutung und entschieden uns dazu, aus der Rede von Frank-Walter Steinmeier vom 09. November 2025 zu zitieren.
Am zweiten Tag lag der Schwerpunkt auf der Organisation. Wir stimmten uns mit den anderen Gruppen ab und planten so den Ablauf der Gedenkfeier genauer. Dazu gehörte auch die Gestaltung der Aula sowie die Vorbereitung einer Slideshow mit Bildern aus Konzentrationslagern und unter anderem antisemitischen Zitaten zur inhaltlichen Einstimmung. Unsere Moderatorinnen achteten darauf, die unterschiedlichen Beiträge inhaltlich gut verbinden zu können. Bei der Planung der Gedenkfeier war uns besonders wichtig, einen Appell an die Zuschauer zu vermitteln und nicht eine bloße Alibiveranstaltung zu schaffen. Die Notwendigkeit der Erinnerungskultur wollten wir in den Vordergrund stellen. Sie hilft dabei, die Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Sie erinnert uns daran, Verantwortung zu übernehmen und aus der Vergangenheit zu lernen. Deshalb stand die Gedenkfeier unter dem Leitgedanken: „Denkmal! Geschichte ist Voraussetzung für die Gegenwart.“
Felix Meder, MSS 11
Projekt VII: Musikalische Gestaltung
Anlässlich der Gedenkfeier hat der Musik-Grundkurs 11 einen etwas unkonventionellen Beitrag erarbeitet. Innerhalb eines Schultages haben die Schülerinnen und Schüler ein Sprechstück komponiert, das sich nicht nur mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzt, sondern auch aktuelle gesellschaftliche Spannungen und globale Konflikte aufgreift.
Durch Gestik und eine besondere Stimmgestaltung wird das Ausmaß von Konflikten und Gewalt spürbar. Margot Friedländer appelliert an uns: „Bitte seid Menschen.“ – jetzt liegt es an uns.
Dörte Form
Refrain: Schmerz, Schmerz, Schmerz
Ein Volk verstummt zur Außenwelt,
das Internet ist abgestellt.
Jede Bewegung wird kontrolliert,
ein Schritt nach vorn – ein Schritt zu viel.
Refrain: Zensur, Zensur, Zensur
2 Wenn Herkunft über Rechte entscheidet
und ein Volk seinen Kern verteufelt,
so kann es sein,
dass Konflikt mit Hülse und Strick
eine Zukunft baut,
in der’s dem Volke graut.
Refrain: Gewalt, Gewalt, Gewalt
3 Menschen gucken sich mit Hass in die Augen,
und das alles wegen eines anderen Glaubens.
Seit wann ist einer besser als der andere?
Mensch bleibt Mensch – in jedem Lande.

















