Exkursion der MSS 12 nach Verdun

Austausch & Exkursionen, Europa, Gesellschaftswissenschaften

Am 18. August 2026 ging es für uns, die MSS 12 nach Verdun, ein Schlachtfeld des 1.Weltkrieges.Ein Erlebnis, welches uns nicht mehr so schnell aus dem Kopf geht und einen an die Grausamkeit des 1. Weltkrieges erinnert.


Ein Programmpunkt unserer Exkursion war der Besuch des Gebeinhauses. Schon von weitem konnte man das imposante Gebäude erkennen, welches sich stark aus der Landschaft hervorhob. Davor erstreckte sich der französische Friedhof der gefallenen Soldaten mit ca. 15000 weißen Kreuzen, wobei jedes für einen gefallenen Soldaten steht.


Dieser Anblick machte uns nochmals die extremen Ausmaße der Schlacht von Verdun bewusst, vor allem mit dem Wissen, dass es sich nur um einen kleinen Teil der Opfer handelt. Denn wenn man einen Blick in den Keller des Gebeinhauses wirft, wird einem die Grausamkeit erneut bewusst, denn dort liegen die Gebeine der Gefallenen, welche leider nicht mehr zugeordnet werden konnten. Dies wird durch die Architektur des Gebäudes, welche stark an ein im Boden steckendes Schwert erinnert, unterstützt. Dadurch ist das Gebäude nicht nur eine Gedenkstätte, sondern zugleich ein Mahnmal, dass das Schwert zu jeder Zeit herausgezogen werden kann und es erneut zu einem verheerenden Krieg kommen kann.


Für die Französische Bevölkerung hat Verdun als Gedenkstätte eine besondere Bedeutung. Denn die Schlacht von Verdun steht für den französischen Widerstand und den Zusammenhalt einer Bevölkerung. Dreiviertel der damaligen französischen Armee haben in dieser Schlacht für Frankreich gekämpft und die Kraft des Wiederstandes ins ganze Land gebracht. Dieser Zusammenhalt machte sich auch nach dem Krieg bemerkbar als die Gedenkstätte durch Spenden der Bevölkerung erbaut wurde. Auch die Gefallenen der französischen Kolonien werden durch einen muslimischen Teil des Friedhofs geehrt. Zudem vereint das Gebeinhaus deutsche und französische Opfer und erinnert an das Ausmaß beider Nationen. Mittlerweile wird dies auch anerkannt und durch die deutsch-französische Freundschaft gefördert. Der Besuch hat uns alle sehr berührt und das Leid und die Dimension des Krieges näher gebracht. Eine Erinnerung daran, dass sich so etwas nicht wiederholen darf!

Eva Hutter, Leonie Reis (MSS 12)


Das zerstörte Dorf Fleury-devant-Douaumont 

Anschließend besuchten wir das Dorf Fleury-devant-Douaumont, das während der Schlacht um Verdun im Ersten Weltkrieg nahezu vollständig zerstört wurde. Es ist eines von neun kleinen Bauerndörfern, die der Schlacht zum Opfer fielen. 

Auf dem Weg dorthin fiel uns die hügelige Landschaft auf, welche durch unzählige Granateneinschläge entstanden war. Uns wurde erklärt, dass wir die markierten Wege nicht verlassen sollten, da sich noch heute Munition und Überreste vermisster Soldaten im Boden befinden können. 

Als wir Zeit hatten, uns das Gelände genauer anzusehen, bemerkten wir, wie leer und verlassen die Landschaft wirkte. Von einem klassischen Dorf war kaum noch etwas zu erkennen. Statt der früheren Häuser sahen wir weiße Steine, die die Standorte der ehemaligen Gebäude markierten, darunter die Schule, Bauernhöfe und Gasthäuser. 

Besonders eindrucksvoll fanden wir, dass die frühere Dorfkirche nicht wieder aufgebaut worden war. An ihrer Stelle steht heute die Kapelle Notre-Dame de l’Europe. Die übrigen Gebäude wurden bewusst nicht rekonstruiert, damit die Erinnerung an das zerstörte Dorf und die Gefallenen erhalten bleiben. Der Anblick der wenigen Überreste eines einst intakten Ortes hat uns besonders intensiv die Brutalität des Krieges vor Augen geführt. 

Heute ist Fleury-devant-Douaumont ein bedeutendes Mahnmal für die Opfer der Schlacht von Verdun. Gleichzeitig steht der Ort für Frieden, Erinnerung und die europäische Versöhnung. 

 

Pauline Barra und Lena Bernd (MSS 12)


Besuch des „Mémorial de Verdun“

Wie bereits von einem unserer Guides erwähnt, fiel uns schon beim Betreten des „Mémorial de Verdun“ auf, dass es das wohl eindrucksvollste und beste Museum über den Ersten Weltkrieg ist. 

Empfangen von einem Video, das den Krieg anschaulich und prägnant zusammenfasste, konnten wir nun einen Einblick in das grausame Leben in Verdun bekommen. 

Nicht nur die Nachahmung eines Lazaretts, welches einen enormen Mangel an Hygiene aufwies, fanden wir beeindruckend, sondern auch die Granatsplitter, die uns vor Augen führten, was für immense Schäden angerichtet wurden. 

Durch das dunkle und triste Ambiente konnten wir den harten Weg der Arbeiter, welcher durch nachgestellten, bis zu 20cm dicken Schlamm voller Fußabdrücke und Hufenspuren veranschaulicht wurde, besser verinnerlichen. 

Besonders wollen wir den erschütternden Eindruck der persönlichen Gegenstände und Feldpostbriefe hervorheben. Von Hoffnungen auf eine heile Wiederkehr, bis hin zu angsterfüllten Erfahrungsberichten, stand alles in den Briefen. 

Das und vieles mehr, was das Museum zu bieten hatte, hinterließ einen nachhaltigen Eindruck bei uns. 

 

Nadeschda Hamann und Felia Bölles, MSS 12

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