Am 26. August 2025 besuchten alle 12er des HGTs den Ort Verdun, der im 1. Weltkrieg eine zentrale Rolle spielte und der heute ein Gedenkort für die Opfer und die Gräuel des industrialisierten Krieges geworden ist.
Mémorial de Verdun
Auf der Tagesexkursion besuchten wir das „Mémorial de Verdun", ein eindrucksvolles Museum zur Aufarbeitung des Ersten Weltkrieges und Gedenkort der Schlacht, welche sich vor mehr als hundert Jahren dort abspielte. Während wir eigenständig das Museum erkundeten, fanden wir dort viele verschiedene Zeugnisse aus dem Kriegsgeschehen und den Kämpfen an der Front, wie Briefe an Familien und Geliebte, Flugblätter zur Propaganda, Waffen und Fortbewegungsmittel. Auf dieser Tour folgten wir den Wegen der Soldaten auf dem Schlachtfeld und fühlten durch Audioeindrücke und Bilder mit den teilweise gleichaltrigen Männern mit, so dass wir das Mémorial circa eine Stunde später mit komplett anderen Augen verließen. Auch wenn dieser Ort eindrucksvoll und faszinierend gestaltet wurde, spiegelt er die negative Seite des Krieges und das Leid vieler Millionen Menschen wider - ein Appell, dass sich Geschichte nicht wiederholen darf.
(Mia Maurer, MSS 12)
Gebeinhaus
Eine weitere Station war das Gebeinhaus mit dem französischen Soldatenfriedhof. Das Wort „Gebein“ bedeutet Knochen und mit einem Blick durch die Fenster des Gebäudes konnten wir einen eindrucksvollen Blick auf Knochen von Soldaten werfen, die in insgesamt 48 Kammern unter dem Gebäude verwahrt waren.
Der Besuch des Gebeinhauses war sehr beeindruckend. Vor allem die Menge der Knochen, die von jungen Soldaten stammten, die man nicht mehr identifizieren konnte, war erschreckend und mahnend zugleich. Auch die Form des Gebeinhauses, ein Schwert, das im Boden steckt - ein Symbol für das Ende einer Schlacht, animiert zum Nachdenken. Der eindrucksvolle Innenraum, in dem man von allen Seiten mit den Namen toter junger Männer konfrontiert wurde, wobei nur 6 von tausenden deutsche Soldaten zeigen, untermalte die Dimensionen des Ersten Weltkrieges. Der Handschlag zwischen Mitterrand und Kohl im Jahr 1984 vor dem Gebäude steht symbolisch dafür, dass wir die Verantwortung tragen, dass ein solcher Krieg nicht noch einmal stattfinden darf.
(skge21/ Julian Jackl, MSS 12)
Französischer Soldatenfriedhof
Anschließend ging es auf den französischen Soldatenfriedhof, wo wir zwischen 15000 Kreuzen und 16200 Begrabenen standen, da manche Kreuze mehrere Leichen verdeckten. Für die Muslime gab es einige Stelen, die alle Richtung Mekka ausgerichtet waren. Zwei weitere jüdische Gräber wurden auch in Form von Stelen angeordnet. Es wirkte sehr bedrückend, auch dadurch verursacht, das individueller Schmuck durch Familie zum Beispiel verboten ist und die Gleichheit aller Soldaten im Vordergrund stehen soll. Zusammen mit dem Gebeinhaus wirkt der Friedhof sehr beeindruckend, aber genauso traurig und schmerzhaft.
(Julian Jackl MSS12)
Fleury-devant-Douaumont
Fleury-devant-Douaumont ist ein ehemaliges französisches Bauerndorf, das im Ersten Weltkrieg mitten im Verteidigungsring von Verdun lag.
Fleury wechselte im Laufe des Kriegsgeschehens im Jahr 1916 mehrfach den Besitzer, da Frankreich und Deutschland die Gegend stark umkämpften. Dies führte zur völligen Zerstörung des Dorfes durch Explosionen von Handgranaten und anderen Geschossen sowie durch mehrere Giftgasangriffe. Die einzigen Überreste dieses Dorfes sind einige wenige Steine.
Damit zählt Fleury zu den neun vollständig zerstörten französischen Dörfern des Ersten Weltkriegs.
Ein Wiederaufbau erwies sich als unmöglich – wegen der starken Umweltbelastung durch Schwermetalle, Giftgase und Blindgänger. Hinzu kommt, dass in der Gegend bis heute Leichen gefallener Soldaten gefunden werden.
Obwohl in Fleury keine Menschen mehr leben, ist das Dorf noch immer eine französische Gemeinde. Es besitzt eine Postleitzahl und hat einen Bürgermeister, der sich um die Pflege der Überreste kümmert. An der Stelle der ehemaligen Kirche von Fleury steht heute eine Gedächtniskapelle, die „Notre-Dame-de-l’Europe“. Der Zusatz „de-l’Europe“ wurde erst Ende der 1980er-Jahre hinzugefügt. Gemeinsam mit einer an der Mauer angebrachten Figur der Jungfrau Maria, die einen Mantel mit Europaflaggen trägt, steht sie als Symbol für den Frieden in Europa.
Bis heute ist Fleury-devant-Douaumont ein Symbol für die Verluste, die Schäden und die brutale Zerstörung des Ersten Weltkriegs in Europa. Es steht als Mahnmal gegen den Krieg und für die europäische Zusammenarbeit.
Als Fazit kann man sagen, dass dieses Dorf auf uns alle einen großen Eindruck gemacht hat. Es war beängstigend zu sehen, zu welchen radikalen Zerstörungen ein Krieg führen kann – und es hat uns zum Nachdenken angeregt.
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Deutscher Soldatenfriedhof
Da dieser Krieg immens viele Opfer gefordert hat, besuchten wir an diesem Tag unter anderem den drittgrößten der deutschen Soldatenfriedhöfe. Dieser liegt direkt an einer stark befahrenen Hauptstraße und ist schlicht gestaltet.
Nun fragt man sich: Was hat ein Friedhof an einer Hauptstraße zu suchen? Der Grund dafür ist, dass die Franzosen damals diesen Ort gezielt auswählten, damit die deutschen Soldaten nie zur Ruhe kommen würden und Trauernde beim Gedenken durch den Lärm gestört werden.
Abgesehen von der schwierigen Erreichbarkeit unterschied sich dieser Friedhof auch im Erscheinungsbild deutlich von einem französischen Soldatenfriedhof, da der deutsche Friedhof eher trist gestaltet war und auch um einiges kleiner. Die Gestaltung hatten sich jedoch die Deutschen selbst ausgesucht, da sie es für angemessen hielten, der Friedhofsatmosphäre Traurigkeit zu verleihen und deshalb die Kreuze schwarz färbten.
Ein Fakt, der uns alle erschreckte, war, dass so gut wie alle der dort liegenden toten Männer um die 17 Jahre alt waren – also genau in unserem Alter. Da der Platz auf den Friedhöfen nicht reichte, legte man hier einige Massengräber an und schrieb die Namen der gefallenen Soldaten (falls bekannt) auf riesige Steintafeln.
Was uns ebenfalls auffiel, war, dass die Religion der gefallenen Soldaten berücksichtigt wurde: Alle jüdischen Soldaten erhielten einen jüdischen Grabstein.
Zusammenfassend war der Tag in Verdun sehr spannend. Wir haben viele Informationen mit nach Hause genommen und uns bewusst gemacht, wie viele Menschenleben ein Krieg kosten kann.
(Lea Nohl, MSS 12)





