Im Rahmen des Demokratietags Geschichte der 10. Klassen fand am 24.6.2025 ein Gespräch mit Wolfgang Thüne statt, der 1974 Vize-Weltmeister im Reckturnen wurde. Den ersten Platz errang damals der "Klassenfeind" – der BRD-Turner Eberhard Gienger. Nachdem man Thüne zwangsverpflichtete, noch härter zu trainieren und dabei Risiken einzugehen, die für ihn lebensgefährlich werden konnten, entschloss er sich, die DDR zu verlassen. Er nutzte dazu die Turn-Europameisterschaft in Bern im Jahr 1975. Ausgerechnet Gienger fuhr ihn am letzten Abend eines Wettkampfes über die Grenze in die BRD.
Thüne erzählte von seiner Kindheit und Jugend in der DDR, von seinem dortigen durchaus privilegierten Leben als erfolgreicher Leistungssportler sowie von seinen Beweggründen, das Land zu verlassen. Ganz persönlich und damit für die Schülerinnen und Schüler sehr greifbar berichtete er, wie sein Leben in der BRD weiterging, aber auch welche Konsequenzen, seine Flucht für das Leben seiner Familie in der DDR hatte und ging auf Nachfragen der Schülerinnen und Schüler sehr ausführlich ein.
Wir haben erkennen dürfen, wie wertvoll Gespräche mit Zeitzeugen sind, weil diese die einzigartige Möglichkeit bieten Geschichte anhand von individuellen Schicksalen persönlich greifbar zu machen. Das Gespräch vermittelte den Schülerinnen und Schülern über Emotionen eine Authentizität, die Schulbücher nur schwer vermitteln können. Wir möchten uns bei Herrn Thüne dafür bedanken, dass er den Weg nach Trier auf sich genommen hat, um mit uns über seinen Lebensweg zu sprechen.
Text und Fotos: Sarah Engel


