Begegnung mit Christian Pfeil - ein Zweitzeugengespräch

Europa, Gesellschaftswissenschaften

Am 29.4.2026 besuchte uns Christian Pfeil, der als Zweitzeuge von seinem Leben erzählte. Begleitet wurde er von seinem Neffen, der aktiv an der Erinnerungskultur mitarbeitet.

Geboren wurde Sinto Christian Pfeil vermutlich im Januar 1944 - es sei kalt gewesen – im Konzentrationslager Lublin. Seine Familie stammte aus Trier und war bereits 1940 in das von Deutschland besetzte Polen deportiert worden. Nach Jahren der Zwangsarbeit und eines täglichen Überlebenskampfes im KZ wurde die Familie Pfeil 1945 nach der Befreiung durch die Rote Armee in ein Arbeitslager nach Odessa gebracht. Pfeil berichtete, dass seine Familie sehr wenig über diese Zeit gesprochen habe. Pfeil unterstützte seine traumatisierten Eltern und Geschwister bereits als Jugendlicher.

Im Rahmen des Vortrags bot sich viel Raum für Nachfragen. Besonders das Thema Diskriminierung interessierte die Schülerinnen und Schüler. Herr Pfeil erzählte von der Benachteiligung, die er als Sinto in der Schule erfahren hatte. Auch danach nahmen die Diskriminierungen kein Ende. Der Zweitzeuge baute sich ein erfolgreiches Unternehmen auf, was mehrmals Ziel rechtsextremer Anschläge war.
Pfeil sprach sich dafür aus, dass die Erinnerung an die Verbrechen an den Sinti und Roma weiter in den Vordergrund gerückt wird. Auf die Nachfrage, wie man sich heute verhalten solle, mahnte Christian Pfeil zu Aufmerksamkeit und aktivem Vorgehen gegenüber Diskriminierung.
 

Wir bedanken uns bei Herrn Pfeil und seinem Neffen für das interessante und gewinnbringende Gespräch sowie bei Herrn Jakobs für die große Hilfe bei der Organisation der Veranstaltung.

Text und Bilder: Sarah Engel, Sonja Benner, Kurs geek1, MSS 11

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