Schülerartikel zur Informationsveranstaltung: Die Deutsche Bundesbank im Euroraum

Informationsveranstaltung: Deutsche Bundesbank und Euroraum 

 

Am 18.10.2012 besuchte Hr. Michael Schiff die drei Sozialkunde Leistungskurse der Jahrgangsstufen 11, 12 und 13 des Jahrgangs 2012/2013 um das Thema „Aktuelle Entwicklungen der Geldpolitik im Zeichen der Finanzmarktkrise “ zu erläutern.

Zunächst ging er auf das Aufgabenfeld der Deutschen Bundesbank und grenzte die Bundesbank von den „normalen“ Geschäftsbanken dezidiert ab.
Als Einstieg in die Materie erklärte Hr. Schiff den Kursen die Aufgaben, die er und seine Kollegen auszuführen haben, u.a. das Verwalten der Währungsreserven der Bundesrepublik Deutschland (rund 200 Mrd. €, davon ca. 150 Mrd. € in Gold), die Versorgung der Wirtschaft mit Bargeld und die Aufsicht über die Finanzinstitute. Oberstes Ziel aller Tätigkeiten der Bundesbank ist: Die Stabilität des allgemeinen Preisniveaus und des Finanzsystems zu sichern. Zudem besitzt die Bundesbank einen Kapitalanteil von 27% an der EZB und ist damit die größte Notenbank im Eurosystem.
Im weiteren Verlauf wurden uns die Entstehung der „Euro-Krise“ und die daraus resultierenden Folgen für den Euroraum skizziert. Schematische Krisenchronologie:
 
 
Quelle: Präsentation Deutsche Bundesbank ; Hr. Schiff 18.10.2012
 
Die Stabilisierungsmaßnahmen lassen sich in 3 Bereiche aufteilen:
 
- Rettungsschirme (ESM und EFSF ) und Auflagen inkl. Überwachung durch die Troika (IWF, EU, EZB)
- Fiskalpakt : schärfere Defizitregeln und Sanktionen bei deren Verstoß
- Geldpolitik: u.a. Ankauf von Staatsanleihen kriselnder Staaten durch das Eurosystem am Sekundärmarkt (Börsenmarkt). Hr. Schiff verdeutlichte hierbei die Bedenken der Deutschen Bundesbank gegenüber dem Anleihekaufprogramm. So verteilt das Programm Haftungsrisiken zwischen den Steuerzahlern des Euroraums um. Das dürfen aber nur die Parlamente, und sie haben mit den Rettungsschirmen auch die passenden Instrumente an der Hand. Die Notenbankfinanzierung darf laut Hr. Schiff nicht als umfassender Problemlöser etabliert werden.
 
Letztlich legte uns der Referent zwei geeignete Perspektiven für den Euroraum da, die da wären:
 
1.    Entweder man wagt den Sprung zu einer echten Fiskalunion mit einer Übertragung der haushaltspolitischen Souveränität auf die europäische Ebene. Entscheidend ist hierbei, dass eine spürbare Ausweitung von gemeinschaftlichen Haftungselementen mit einer Übertragung von Kontroll- und Eingriffsrechte von der nationalen auf die europäische Ebene einhergeht.
 
2.    Oder man versucht, der Eigenverantwortung als Grundlage der Maastricht-Verträge auch in der Praxis wieder Geltung zu verschaffen. (Stärkung des bestehenden Rahmens) In Bezug auf die Staatsfinanzen wurden mit der Reform des Stabilitätspakts und der Einführung des Fiskalpakts Schritte unternommen, um die europäischen Regeln zu stärken. Jedoch steht nach Meinung des Referenten das Urteil darüber noch aus, inwieweit diese neuen Regeln auch tatsächlich gelebt  werden. 
 Quelle: Präsentation Deutsche Bundesbank ; Hr. Schiff 18.10.2012
 
Sophie Zeimet (MSS 13) ; Philip Ackermann (MSS 11)