Projekt Bierbrauen

Wir beschäftigen uns mit der Herstellung des deutschen Kultgetränks.

Bier. Es gibt kaum etwas anderes, wovon Touristen in Deutschland mehr schwärmen. Im Jahre 736 wurde im bayrischen Geisenfeld erstmals von einem interessant schmeckenden Gerstensaft erzählt, bevor im Jahr 766 eine erste Bierlieferung unterzeichnet wurde. Ob Paulaner oder Franziskaner- diese Biermarken kennt einfach jeder Deutscher. Umso erstaunlicher ist es, dass all diese bekannten Biermarken ihren Ursprung in verschiedenen Klöstern haben, die sich im Mittelalter nahezu einen Wettkampf ums beste Bier lieferten. Bis heute haben sich um die 5000 verschiedene Biersorten bei ca. 1300 Brauereien  nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 entwickelt. Nun waren wir dran und haben unser eigenes Bier gebraut…
 
 
Zu Beginn dieses Schuljahres überlegten sich Frau Dreja und Frau Wollscheid im Rahmen unseres Chemieunterrichtes bei welchem wird das Thema Alkohol behandelten, eine praktische Phase einzubauen, in der wir Bier brauten. Es gab zunächst einiges an Theorie und unter Anderem Stationenarbeit, um sich dem Thema Alkohol anzunähern. Ende Oktober war es nun soweit und wir konnten mit der Praxis, also dem Brauen unseres Bieres beginnen. Wir, das heißt der Leistungskurs von Frau Dreja, als auch der Grundkurs von Frau Wollscheid, verabredeten uns für einen Nachmittag, an dem wir alle Zeit und keinen Unterricht hatten.
 
    
 
Da wir uns natürlich an das deutsche Reinheitsgebot halten wollten, verwendeten wir ausschließlich Wasser, Hefe, Malz und Hopfen, was uns die Kraftbrauerei in Olewig freundlicherweise zur Verfügung stellte. Wir begannen direkt mit dem Brauprozess, als wir geschrotete Gerstenkörner, die überwiegend Malz enthielten unter Zugabe von Wasser bei unterschiedlichen Temperaturstufen aufkochten und rührten. Dieser Vorgang wird auch Maischen genannt und mehrere Stunden, da das Malz durch das Aufkochen und das Rühren vollständig in einen kurzkettigen Zucker (Malzzucker) gespaltet werden soll. Nun mussten wir den Treber, also die übriggebliebenen festen Bestandteile, vom flüssigen Gerstensaft trennen. Dafür nutzten wir ein Tuch als Filter, sodass wir schließlich den ziemlich süßen Gerstensaft und den Treber hatten, mit dem wir später Treberbrötchen backten. Nun mussten wir dem kochenden Gerstensaft noch Hopfen beifügen und einige Zeit kochen lassen. Nachdem der  süße Saft abgekühlt war, wurde ihm Hefe beigefügt. Die kleinen Enzyme verwandeln den gelösten Zucker nach und nach in Kohlenstoffdioxid und Ethanol um.
 

 C6H12O6  --------Hefe/ Enzyme------->  2C2H5OH + 2CO2

 
Als Wortgleichung:
Glucose     --------Hefe/ Enzyme-------> Ethanol+ Kohlenstoffdioxid
 
 
 
Schließlich nahmen wir einige Tage später, nachdem das noch nicht fertig gegorene Bier kalt war, unsere zuvor sterilisierten Plöppflaschen mit zum Abfüllen in die Schule. Allerdings mussten die Flaschen immer wieder geöffnet werden, da sonst der Druck durch das entstehende Kohlenstoffdioxid zu groß geworden wäre.  Nach etwa drei Wochen konnten wir schließlich unser fertig gebrautes Bier mitnehmen, welches sehr gut schmeckte- aber wir haben nicht nur Bier gebraut!
 
 
Den Treber, den wir zuvor durch das Sieben erhalten hatten, wurde mit Hefe und anderen Zutaten kurze Zeit gebacken und mit Salz gewürzt. Gegen Abend verzehrten wir noch unsere Treberbrötchen, die ebenfalls gut schmeckten und gar nicht so schwer zu machen sind.
Ein solcher Nachmittag, an dem alle freiwillig teilgenommen haben, ist einfach etwas Besonderes. Man kann viel intensiver zusammen arbeiten und vor allem hat man im Theorieunterricht der vorigen Stunden ein festes Ziel vor Augen, dass einen sehr motiviert. Darüber hinaus haben wir seitdem mehr Verständnis und können uns auch mehr unter dem schlichten Begriff „alkoholische Gärung“ vorstellen. Warum Theorie nicht öfters mit Praxis verbinden? Es kann nur Vorteile haben und wäre mit Sicherheit nicht nur im Fach Chemie sinnvoll!
 
von Maximilian Stemper (MSS11)