Erfahrungsbericht DELF-Diplom


Wenn nicht jetzt, wann dann?

Das französische DELF-Diplom

Die Wiederholung des erlernten Stoffes bietet uns Schülerinnen  und Schülern nicht nur die Möglichkeit sich mit Menschen aus anderen Ländern zu unterhalten, sondern auch später dort zu studieren, denn „Ohne Fleiß kein Preis!“. In den letzten Jahren werden die sogenannten 08/15-Bewerber immer häufiger, sodass die Bildungseinrichtungen eine große Auswahl an künftigen Studentinnen und Studenten vorgesetzt bekommen. Wie soll man sich nun entscheiden? Wer bekommt nun den Studienplatz und wer geht leider leer aus? Diese Fragestellung werden wir im Folgenden anhand eines Beispiels unserer Schule klären.

Motivationsschub

Nach langer Lernzeit ist es für viele Schüler eine zusätzliche Motivation, ihre Arbeit anerkannt zu bekommen. Das Französische stellt sich oft als schwer zu lernende Sprache heraus, die voll von Ausnahmen und Sonderregeln ist. Wenn man aber den inneren Schweinehund überwindet und zu sich selbst sagt, dass man es wirklich lernen will, wird dies nach einer Menge Fleißarbeit auch gelingen. Diese Barriere ist für viele eine unüberwindbare, aber für diejenigen, welche es schaffen, gibt es einige, wichtige Vorteile. 

DELF???

Um die vermittelte Grammatik und den vermittelten Wortschatz auch zu nutzen, werden Austauschprogramme und Zusatzzertifikate angeboten. Die am HGT angebotene Auszeichnung bescheinigt den Leistungsstand im Französischen, sodass man eine weltweit geltende Bescheinigung erhält, die vom französischen Erziehungsministerium aus erteilt wird: das DELF-Diplom. Viele von ihnen, liebe Leserinnen und Leser, fragen sich nun was DELF bedeutet. Natürlich ist bei einer französischen Bescheinigung auch die Abkürzung diesen Ursprungs. „Diplôme d’études en langue française“ ist der vollständige Titel des Zertifikats, das in verschiedenen Niveaus erteilt werden kann. In diesem Jahr machten wir uns an die Arbeit, die Stufe B1 zu bestehen. 

Wir sind dabei!

Zu Beginn dieses Jahres sahen wir, damals noch in der 9. Klasse, die Ausschreibung, dass die neue DELF-AG zur Vorbereitung auf die Niveaustufe B1 bald beginnen wird. Da wir schon vor einem Jahr die A2-Prüfungen absolvierten, kannten wir die Anforderungen und den Ablauf. Kurzentschlossen durften wir dann an der Vorbereitung und der späteren Prüfung teilnehmen, weil eigentlich der B1-Test vom Niveau her in der 10. Klasse erst in Frage kommen sollte. Freundlicherweise gab Frau Engel uns grünes Licht, sodass wir in den nächsten Monaten jede Woche eine zusätzliche Schulstunde mit ihr die einzelnen Themengebiete bearbeiteten. Dazu gehörte die Compréhension écrite (Leseverständnis), die Compréhension orale (Hörverstehen), die Production écrite (kreatives Schreiben) und die Production orale (freies Sprechen).

„Hilfe, Mama!“

Langsam rückte der Prüfungstermin für die mündliche Prüfung immer näher, die diesmal vor der schriftlichen angesetzt war. Am 04. Juni trafen wir uns alle pünktlich und etwas nervös und angespannt im Foyer des HGT, um uns dann von den Prüfern, die französische Muttersprachler waren, löchern zu lassen. Ein großes Glück für uns war, dass diese vom Institut français in Mainz nach Trier kamen, denn vor einem Jahr mussten wir mit dem Bus extra in unsere Landeshauptstadt fahren. Dies blieb uns, Gott sei Dank, erspart, weil das HGT als DELF-Prüfungszentrum ausgewählt wurde. Wir waren natürlich nicht die einzigen Prüflinge, denn alle regionalen Schulen, die DELF anbieten, konnten sich somit den weiten Weg nach Mainz sparen und kamen nach Trier in unsere Schule. Nacheinander wurden wir in kleinen Gruppen in den Vorbereitungsraum gerufen, der sich als Biologiesaal in der zweiten Etage entpuppte. Wir erhielten zwei Texte, von denen wir dann in einer 10 minütigen Vorbereitungsphase einen erarbeiteten mussten. Mit den fertigen Stichwortblättern und voller Erwartung verging diese Zeit wie im Flug, sodass wir alsbald die ausgeschilderten Prüfungsräume aufsuchten. Nach einer etwa zweiminütigen Vorstellungszeit, bei der wir mit Fragen durchlöchert wurden, mussten wir nun einen dreiminütigen Monolog zum Thema unseres erarbeiteten Textes halten. Dabei stellten wir fest, dass 3 mal 60 Sekunden eine lange Zeit zum Reden ist. Zum Schluss mussten wir zwei Situationen ziehen, von denen eine mit dem Prüfer improvisiert durchgespielt werden sollte. Als wir uns dann wieder gemeinsam im Foyer trafen, fielen uns die Anspannung und die Nervosität wie Steine vom Leib. Der aus unserer Sicht schwierigste Teil der DELF-Prüfung war geschafft!

Der 16. Juni blieb uns nicht nur wegen des HGT-Schulfestes in Erinnerung, sondern auch durch den Termin der schriftlichen Prüfung, die zwei Stunden vor dem besagten Event stattfand. Mit genau vorgegebenen Zeiten bearbeiteten wir die Hör-, Schreib- und Leseverstehensaufgaben. Dabei stärkte Frau Engel uns mit mitgebrachten Bonbons, womit sie uns den Test so angenehm wie möglich machte. Aber auch diese Prüfung ging vorbei, sogar früher als vorgesehen, denn die Zeit war zum Glück viel zu hoch angesetzt. So lichtete sich gegen Schuljahresende unser Terminplan, denn die Zeit, die wir durch die AG wöchentlich im HGT zu verbringen hatten, fiel nun weg.

Um nun gegen Ende unseres Artikels noch einmal die Frage vom Anfang aufzugreifen, „Für wen sollen sich die Bildungseinrichtungen entscheiden, wenn sogenannte 08/15-Schüler zur Auswahl stehen?“, kann man nun sagen, dass zusätzliche Bewertungen bzw. Bescheinigungen wie das DELF-Diplom von großem Vorteil sind. Sie erleichtern der Uni oder der Fachhochschule nicht nur die Entscheidung, sondern ermöglichen uns Schülerinnen und Schülern auch eine wichtige Chance in der Ausbildungs- und Berufszeit. Zusätzlich erlebt man auch einmal die Situation einer mündlichen Prüfung, die auf uns alle beim Abitur noch zukommen wird.  Deswegen raten wir jedem Schüler, der französisch lernt, dieses Diplom zu absolvieren. Wenn ihr euch aber nicht sicher seid, ob ihr dies schaffen könnt, fragt einfach eure Französischlehrerin oder euren Französischlehrer. Sie werden euch sicher auf dem Weg helfen und positiv unterstützen.

Zusätzliche Informationen findet ihr unter www.institutfrancais.de.

von Alexander Gerich und Manuel Beh, 10c