Drittortbegegnungen

Drittortbegegnung 2018

Bericht zur Drittortbegegnung in Bad Marienberg

LK Franz 12 Humboldt-Gymnasium Trier und Lycée Charles de Gaulle Dijon

vom 23.04.2018-27.04.2018

Montag, den 23.04.18:
Nach unserer Ankunft im Europahaus in Bad Marienberg gegen 12:30, haben wir als erstes unsere Zimmer bezogen. Anschließend wurden wir mit einem kleinen Snackbuffet begrüßt und haben mit Vorfreude die französischen Schüler aus Dijon empfangen. Auf spielerische Art und Weise (z.B. haben wir einen Spaghettiturm gebaut), haben wir uns näher kennen gelernt und bereits erste Kontakte geknüpft. Ab 18:00 Uhr konnten wir uns am Abendbuffet bedienen und hatten anschließend Freizeit für uns. Nachdem wir uns einen ersten Eindruck von Bad Marienberg verschafft hatten, haben wir den Abend mit einem gemeinsamen Basketballspiel ausklingen lassen.
 

von Verena Quint

 

Dienstag, den 24.05.2018

Am zweiten Tag der Drittortbegegnung wussten wir, dass uns ein umfangreiches Tagesprogramm erwartete. Der Tag hatte als Ziel uns der Vergangenheit, aber auch der Gegenwart Europas näher zu bringen. Wir starteten mit dem Spiel "Suity Hero" ein Rollen- und Simulationsspiel, was sich vor allem mit der Entstehung der EU befasst und bei dem wir gelernt haben, dass man nur zusammen stark ist und gemeinsam mit den anderen mehr erreichen kann. Wir haben das Spiel zum Glück lösen können und so bewiesen, dass wir kooperationsbereit sind. Darauf aufbauend haben wir ein paar Kerndaten der EU herausgearbeitet und wurden dann in den nächsten großen Programmpunkt eingeführt. Wir würden eine Diskussion im Rahmen eines Planspiel führen, bei der wir lernten wie sich die EU auf Kompromisse einigt und wie schwer dies ist. Nach dem Mittagessen gab es genug Zeit die Position seines zu repräsentierenden Landes vorzubereiten. Die binationalen Gruppen sollten jeweils die Position eines EU Staates bzw. die der EU Kommission und des EU Rates möglichst überzeugend vertreten. Dann wurden sechs große Themengebiete diskutiert. Entschieden werden konnte nur einstimmig und im Gegensatz zu Themen wie "Freies WLAN in der EU", wo man relativ schnell und ohne viel Diskussion zu einem einstimmigen Ergebnis kam, bereitete die Diskussion über einen europaweiten Atomausstieg vielen Kopfzerbrechen. Jeder Staat wollte möglichst seine Meinung durchsetzen und war wenig bereit für Kompromisse. Wichtig war nur, dass wir lernten, dass man mit Kompromissfähigkeit, Kommunikation, aber auch einer gewissen Offenheit für die Vorschläge anderer am weitesten kommt.
Wegen des großen Engagements in die Diskussion wurde der letzte Teil der Diskussion vertagt sodass wir noch genug Zeit für Abendessen und kurze Freizeit hatten. Mit der ganzen Gruppe ging es dann abends noch zum Bowlen, ein guter Tagesabschluss.

 

von Charlotte Brünjes

 

 

"Suity Hero"                                                                                          Haus der Geschichte
 
Mittwoch, den 25.05.2018
Am Mittwoch, den 25. April fuhren wir nach Bonn. Zunächst ging es ins Haus der Geschichte, wo die deutsche Geschichte seit 1945 lebendig und anschaulich dargestellt wird. Gerade die vielen authentischen Exponate haben großen Eindruck hinterlassen. Danach begaben wir uns zur Regionalvertretung der europäischen Kommission in Bonn. Dort diskutierten wir über die Herausforderungen und die Zukunft der europäischen Union. Dabei wurden viele polarisierende Themen wie Klimaschutz, Fluchtbewegungen etc. aufgegriffen. Anschließend bestand noch die Möglichkeit, sich im angegliederten Europa Punkt mit Informationsmaterial einzudecken. Bei der darauffolgenden Erkundung der Innenstadt ließ uns trotz Mittagessen und Einkaufen das Thema Europa nicht los: die Diskussionen wurden zum Teil in der Fußgängerzone fortgesetzt. Auf dem Rückweg machten wir einen vielfach gewünschten Zwischenstopp beim Haribo Fabrikverkaufen in Bad Godesberg. Die Mengen gekaufter Süßigkeiten waren schwer zu bestimmen. Zurück in Bad Marienberg ließen wir den Abend beim gemeinsamen Essen ausklingen. Insgesamt war es für alle ein lehrreicher und ereignisreicher Tag, der uns ein ums andere Mal die tiefgreifende Bedeutung Europas vor Augen geführt hat.

 

von Anna-Maria Nölle

 

EU-Kommission
 
Donnerstag, den 26.05.2018
Am Donnerstag den 26.4 fing der Tag genau an wie alle anderen auch. Nach dem Frühstück folgte die Einführung des Tagesablaufs: kreative Workshops und Zusammenarbeit in Kleingruppen. Von 9 bis 10 Uhr wurden die Themen und Methoden vorgestellt. Aufgabe war die Erstellung eines Videos, einer Präsentation, einer Fotostory oder einer Talkshow mithilfe von modernen Medien wie Prezi, Mysimpleshow oder Instagram.
Zu den Themen gehörten die Flüchtlingspolitik, Brexit, Macron, die Sinnhaftigkeit des Euros, Erasmus+, Europa und die Türkei, Europa im Alltag und Datensicherheit. Den Schülern war die Auswahl des Themas und der Darstellungsart und -methode freigestellt; einzige Restriktion war, dass in einer Gruppe (im Durschnitt 5 oder 6 Schüler) Schüler beider Länder vertreten sein sollten. Die Mehrheit der Gruppen hat sich für eine Präsentation mit Prezi entschieden. Bis 15 Uhr 30 (mit Mittagspause um 12 Uhr 30) wurde in den Kleingruppen zusammen gearbeitet. Jeder hat versucht, gute Ergebnisse zu liefern und die Arbeit war ruhig und konzentriert. Abschließend wurden von 15 Uhr 30 bis 17 Uhr 30 alle Ergebnisse vor der ganzen Gruppe vorgestellt mit anschließender Besprechung in der Runde. Hierbei konnte sich jeder individuell Gehör verschaffen. Die Schüler haben dabei zusammen gelernt und durch Zusammenarbeit und eigene Anstrengung etwas Handfestes produziert. Den Organisatoren war besonders die Zusammenarbeit wichtig, viel mehr noch als nur erstklassige Ergebnisse zu präsentieren. Am Abend wurde den Schülern die Möglichkeit geboten, gemeinsam bei einem Spiel teilzunehmen. In dem Spiel ging es um Entscheidungen zwischen 2 Optionen mit 2 Teams. Zur Auswahl hatte man die Farbe Schwarz oder Rot, welche innerhalb der Gruppe abgestimmt wurde. Wählen beide Teams Schwarz so erhalten beide Punkte. Hat allerdings ein Team Schwarz und das andere Rot gewählt, wurde dem Team, das Schwarz gewählt hat, Punkte abgezogen und dem anderen Team gutgeschrieben. Wählen beide Teams Rot, verlieren beide Punkte. Ziel ist es am Ende des Spiels so viele Punkte wie möglich zu erreichen. Dieses Spiel hat für sehr viel Aufruhr gesorgt, da innerhalb aller Gruppen Streit aufgetreten ist. Intention des Spiels war, dass beide Teams konstant Schwarz wählen, um möglichst viele Punkte zu erreichen. Kooperation war also das gewünschte Ziel, welches allerdings von den wenigsten durchschaut wurde. Daraufhin kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Teammitgliedern. Diese Aufruhr und provokante Auseinandersetzung war allerdings von den Organisatoren gewollt, um die Schüler zum Denken anzuregen und darauf aufmerksam zu machen, dass in der Realität Kriege durch mangelnde Kooperation ausgelöst werden.
Am Ende des letzten Tages gingen einige mit Wut im Bauch ins Bett und andere mit Freude über die gelungenen Ergebnisse des Workshops, jedoch hatten beide einen Tag voller Produktivität und Lernerfahrungen hinter sich gebracht.

 

von Alexandre Caspers

 

Planspiel
 
Freitag, den 27.05.2018
Am Freitag, dem letzten Tag unserer Drittortbegegnung, gab es wie immer von 8 Uhr bis 9 Uhr Frühstück. Dabei konnten wir ein letztes Mal mit den Franzosen zusammensitzen und uns unterhalten. Danach sind alle auf ihre Zimmer gegangen, um ihre Koffer zu packen. Um 9 Uhr haben wir uns alle zusammen im Seminarraum getroffen, um über das ,,Game of Life'' des vorherigen Abends zu reden, da es dabei zu einer Auseinandersetzung zwischen uns und Karsten, dem Spielleiter, kam. Anschließend haben wir noch über die Woche insgesamt gesprochen und uns dafür bedankt, dass wir die Gelegenheit hatten, ins Europahaus zu kommen. Um 9:30 mussten wir uns schweren Herzens von den Franzosen verabschieden, die schon eine halbe Stunde vor uns abreisen mussten.
 
von Marie Reinheimer.

 

 
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Drittortbegegnung 2017

«De la guerre à la paix: l’Europe face à ses défis »

Frankreich und Deutschland:

„Vom Krieg zum Frieden - Europa und seine Herausforderungen“

Auch dieses Jahr war es wieder so weit: Der Französisch-AbiBac-Kurs der 12. Jahrgangsstufe erkundete gemeinsam mit seinem französischen Partnerkurs aus Dijon die Höhen und Tiefen der deutsch-französischen Beziehungen vom ersten Weltkrieg bis hin zur Gegenwart. Durch unterschiedliche Programmpunkte wurde uns der steinige Weg zweier verfeindeter Nationen in die Freundschaft näher gebracht.
 
 
 
Chronologisch begannen wir mit dem ersten Weltkrieg. Als Einführung sahen wir den Film Frantz, der uns anschaulich die gemischten Gefühle der Gesellschaft gegenüber dem jeweiligen Nachbarland in der Nachkriegszeit illustrierte. Nach einer mehr oder weniger erholsamen Nacht im Achter-Zimmer des Klosters in Peltre in der Nähe von Metz, machten wir uns - jeder mit einem Baguette bewaffnet - auf in die grausamste aller Schlachten des ersten Weltkriegs: Verdun.
Mit Hilfe einer zweisprachigen Führerin wurde im Musée Mémorial, beim Fort Douaumont und dem Beinhaus unser Wissen vertieft und unsere Kreativität durch einen Fotowettbewerb zum Thema «Retour sur Verdun – L’Europe aujourd’hui» („Rückblick auf Verdun - Europa heute“) angeregt.
 
Der nächste Tag befasste sich mit dem Thema „Schumans Erbe im heutigen Europa“. Im Anschluss an eine Gruppenarbeitsphase und Diskussionsrunde besuchten wir nachmittags das Robert-Schuman-Haus in Scy-Chazelles, das sich als spannender erwies als erwartet. Die anschließende Freizeit in Metz wurde durch ein gemeinsames Abendessen in einer Crêperie abgerundet.
 
 
 
Am vierten Tag der Woche, der unter dem Motto „Das Europa der 3 Grenzen: Frankreich – Luxemburg – Deutschland“ stand, näherten wir uns unserer Heimat durch einen Besuch in Luxemburg. Den ersten Teil des Tages verbrachten wir in dem kleinen Ort Schengen, dort wo durch eine Unterschrift uns allen die Schranken zu anderen Ländern des Schengen-Raums geöffnet wurden. Durch eine interaktive Rallye in gemischten Gruppen wurde der Morgen lustig und interessant gestaltet. Die gute Laune erlitt jedoch einen kleinen Dämpfer im Centre de traduction des institutions européennes (Übersetzungszentrum). Sowohl den Schülern als auch den Lehrern fiel es schwer, den monotonen, sich inhaltlich wiederholenden Vorträgen in den verschiedenen Sprachen mit verschiedensten Akzenten zu folgen.
Zwar blickten wir nun skeptisch dem Abend entgegen, da wir uns nichts unter der Bezeichnung „soirée chic, élément choc européen“ vorstellen konnten, jedoch erwies sich dieser als runder Abschluss für die schöne Woche.
 
Der letzte Tag beinhaltete eine Besichtigung des Centre Pompidou, in dem uns die moderne Architektur sowie abstrakte Kunst näher gebracht wurde.
Langsam schlich sich Aufbruchsstimmung ein, da der Abschied immer näher rückte.
Schweren Herzens verließen wir unsere französischen Freunde und machten uns auf den Weg in die Heimat. Auch wenn wir der Reise anfangs mit gemischten Gefühlen entgegen geblickt hatten, waren diese 5 Tage doch ein voller Erfolg!
Uns wurde auf anschauliche Weise ans Herz gelegt, wie wichtig Europa für die Gesellschaft unserer heutigen Welt ist, was heutzutage jedoch leider nicht mehr jeder zu schätzen weiß.
 
Constanze Koppers, Franca Rieff, Victoria Schroeder 
 
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